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Fellowship für Innovationen in der digitalen Hochschullehre

Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M., Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre, hat eines der gemeinsam mit dem NRW-Wissenschaftsministerium ausgelobten "Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre" gewonnen.

Digitales Lehren und Lernen ist aus der Universität zu Köln nicht mehr wegzudenken. Sie eröffnet Lehrenden und Studierenden Möglichkeiten, die in reinen Präsenzformaten nicht gegeben sind. Auch in den Rechtswissenschaften wünschen sich Studierende zunehmend, auf Studieninhalte in digitaler und modern aufbereiteter Weise zugreifen zu können. Diesem Ziel hat sich das Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre unter Leitung von Professor Markus Ogorek verschrieben.

Mit dem auf der „ILIAS“-Plattform basierenden Tool „Jura mit System“ sollen nach einem festgelegten Lernfahrplan gleichermaßen informative wie kurzweilige Erklärvideos zu allen relevanten Lerneinheiten eines bestimmten Rechtsgebiets geboten werden. Zum Anschluss einer Einheit stehen Fragenkataloge, die es den Studierenden erlauben, in anonymisierter Form den eigenen Lernerfolg zu überprüfen.

„Jura mit System“ soll den Studierenden damit ein in zeitlicher und räumlicher Hinsicht flexibles Lernen ermöglichen – und damit ganz allgemein die Studiensituation und Lernerfahrung verbessern. Das Projekt steht daher nicht im Konflikt zu den entsprechenden Lehrveranstaltungen, sondern bietet vielmehr Gelegenheit, neben oder nach der Vorlesungsteilnahme Wissen zu festigen oder wieder in Erinnerung zu rufen.

Die Gestaltung und Implementierung neuer digitaler und hybrider Lehr-/Lernformate nimmt Zeit in Anspruch, die im erforderlichen Umfang im universitären Alltag nicht selbstverständlich zur Verfügung steht. Deshalb wird im Rahmen der Digitalen Hochschule (DH.NRW) und der Vereinbarung zur Digitalisierung universitätsintern jährlich eine Fellowship für Innovationen in der digitalen Hochschullehre (digiFellows) in Höhe von jeweils 50.000 EUR ausgeschrieben.

Im Rahmen der DigiFellows-Förderlinie soll nun das für die juristische Ausbildung zentrale Staatsrecht bearbeitet werden. Dies umfasst u.a. die wesentlichen Verfassungsprinzipien sowie Organisation und Kompetenzen der Bundesorgane. „Jura mit System: Staatsrecht“ wird für den Verlauf des Jahres 2022 gefördert.

Die Fakultät gratuliert ganz herzlich und wünscht gutes Gelingen!

 

Am 18.11.2021 richtete das Institute for International Peace and Security Law unter der Leitung seines Direktors Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß LL.M (Cambridge) die sechste Hans Kelsen Memorial Lecture on International Peace and Security Law aus.

Dr. Ronen Steinke, Rechtsredakteur der Süddeutschen Zeitung und unter anderem Autor des Buches „Fritz Bauer: oder Auschwitz vor Gericht“, hielt den diesjährigen Festvortrag mit dem Titel „A Means to an End: How Fritz Bauer used the Courtroom for a Reckoning with the German Past.“ Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung „hybrid“ abgehalten: Innerhalb des Saales galt die 2G+-Regel, zeitgleich wurde das Event per Livestream übertragen.

Dr. Steinke begann seinen Vortrag mit der Schilderung eines Prozesstages des Auschwitzprozesses an einem Novembertag 1964 aus Sicht des Journalisten Horst Krüger. Es folgte eine Reise durch das Leben und Wirken von Fritz Bauer, der zu einem der bedeutendsten Wegbereiter für den Frankfurter Auschwitzprozess werden sollte. Nach dem Strafrechtsverständnis von Fritz Bauer, der sich der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen verschrieben hatte, durfte Strafe allein präventive Zwecke verfolgen und somit zukunftsorientiert sein. So zitierte Dr. Steinke Bauers Frage, ob es tatsächlich einen Unterschied mache, ob 40 Mann mehr in die Strafanstalten kämen, oder nicht? Doch was, wenn nicht Vergeltung sollte dann das Ziel dieses Prozesses sein, dessen Angeklagten zumindest scheinbar keine Bedrohung mehr für die Gesellschaft darstellten und die sich geradezu unheimlich konform in die Nachkriegsgesellschaft einfügten, wie sie sich auch im nationalsozialistischen Regime konform verhalten hatten?

Dr. Steinke gelang es eindrucksvoll, Bauers Strafrechtsverständnis mit seiner staatsanwaltlichen Praxis abzugleichen. Anders, als selbst Bewunderer und Schüler von Fritz Bauer zur Zeit der Auschwitzer Prozesse kritisierten, zeigte Dr. Steinke auf, dass zwischen der Theorie und der Praxis von Fritz Bauer nicht notwendigerweise ein Widerspruch gesehen werden müsse. So verfolgte Bauer im Auschwitzprozess den Gedanken der Prävention: Allerdings nicht zur Verhinderung der Begehung weiterer Verbrechen der 22 Angeklagten in Frankfurt, sondern gegenüber dem Publikum des Prozesses – der deutschen Bevölkerung, die sich durch die Prozesse zum ersten Mal ein Bild von dem Ausmaß des Grauens in Auschwitz verschaffen konnte. Dr. Steinke zeigte eindrucksvoll auf, dass Bauers Umsetzung seiner Theorie in die Praxis damit jedoch zugleich eine harte Konsequenz nach sich zog. So sah Bauer die in Frankfurt 22 Angeklagten der Auschwitzer Prozesse letztlich, und er selbst gab dies so zu, mindestens auch als „Sündenböcke“, die es bräuchte, um der Gesellschaft eine Lehre zu vermitteln und damit mindestens auch als Mittel zum Zweck – „A means to an end“.

Weitere Informationen zu den Hans Kelsen Memorial Lectures on International Peace and Security Law finden Sie unter https://iipsl.jura.uni-koeln.de/veranstaltungen/kelsen-memorial-lectures.

Exkursion im Rahmen der Vorlesung zum deutschen Umweltrecht.

© Foto Anna M. Wegener

Im Rahmen der Vorlesung zum deutschen Umweltrecht fand am 09.11.21 eine vom Environmental Law Center organisierte Exkursion zur Müllverwertungsanlage in Bonn statt. Vor Ort wurden die Studierenden vom Geschäftsführer der Anlage, Manfred Becker und PR-Managerin der SWB, Saskia Kutsche, begrüßt. Sie stellten die Anlage als einen wichtigen Bestandteil der kommunalen Daseinsfürsorge in Bonn und Umgebung vor und gingen auf die zukünftigen Herausforderungen insbesondere im Zusammenhang mit dem Ziel der vollständigen Kreislaufwirtschaft ein. Danach führte Frau Kutsche die Studierenden durch die Müllverwertungsanlage. Am Ende stellte sie noch kurz das Zukunftskonzept der MVA Bonn, „bonNova“, vor. Alles in allem wurde den Studierenden ein sehr interessanter Einblick in die Praxis und in die Zukunft der Abfallentsorgung geboten, der eindrücklich die Bedeutung und Macht des Umweltrechts vor Augen führte.

Zertifizierung und der KI-Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission

Foto: Maksym Ivasiuk - Shutterstock.com

Am 27. Oktober 2021 veranstalteten Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski und Dr. Erik Weiss vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung eine Online-Tagung mit dem Titel „Zertifizierung und der KI-Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission – Chancen, Herausforderungen, Perspektiven“.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert unseren Alltag bereits in fundamentaler Weise, etwa durch Online-Übersetzungsdienste, Sprachassistenten oder immer selbstständiger fahrende Fahrzeuge. Ihr Einsatz ist jedoch nicht nur mit der Chance verbunden, die Fähigkeiten des Menschen zu erweitern und neues Wissen zu generieren. Er stellt uns als Gesellschaft zugleich vor große Herausforderungen. Es gilt zu gewährleisten, dass der Gebrauch von KI nur im Einklang mit unseren essenziellen gesellschaftlichen Werten erfolgt.  Zu diesem Zweck hat die Europäische Kommission jüngst einen Vorschlag für den weltweit ersten umfassenden Rechtsrahmen in diesem Bereich unterbreitet. Mit dem Entwurf einer KI-Verordnung soll ein vertrauenswürdiger und mit den europäischen Werten im Einklang stehender Einsatz dieser Technologien abgesichert werden. Als ein zentraler Baustein zur Erreichung dieser Zwecke wird u.a. auch die Zertifizierung erachtet. Aus der Perspektive aller von dem Entwurf tangierten Akteure ist es ratsam, sich frühzeitig mit dessen Regelungsgehalt und den Möglichkeiten seiner Umsetzung zu befassen. Im Rahmen der Tagung sollten daher der Verordnungsentwurf generell, die Rolle von Zertifizierung sowie praxisrelevante Aspekte des Regulierungskonzepts näher beleuchtet werden.

Nach einer Einführung und einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Rostalski zum Thema „Zertifizierung im aktuellen KI-Verordnungsentwurf – Status quo und weiterer Handlungsbedarf“ präsentierte Kilian Gross von der Europäischen Kommission die EU-Perspektive auf den Verordnungsentwurf. Daran anschließend beleuchtete Dr. Erik Weiss in seinem Vortrag die Anforderungen an KI-Systeme gemäß dem Regulierungsvorschlag näher. Der nächste Vortragende PD Dr. Michael Mock vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) stellte „KI-Managementsysteme“ vor und schlug so die Brücke zu den Ausführungen von Dr. Erik Weiss, der diesbezüglich relevante Vorgaben im Verordnungsentwurf zuvor dargestellt hatte. Im nächsten Vortrag referierten Christine Fuß und Katja Krüger vom Deutschen Institut für Normung (DIN) zur „technischen Ausgestaltung des KI-Verordnungsentwurfs durch Normung und Standardisierung“, bevor Dr. Julia Maria Mönig und Sergio Genovesi von der Universität Bonn zum Thema „KI-Zertifizierung und KI-Verordnungsentwurf: Die Rolle der Ethik“ sprachen. Zuletzt stellte noch Benjamin Ledwon von der Deutschen Telekom die Perspektive eines europäischen Telekommunikationsunternehmens auf den Regulierungsvorschlag dar und rundete das Tagungsprogramm damit ab. Prof. Dr. Dr. Rostalski richtete sich zuletzt mit einem die Erkenntnisse der Tagung zusammenfassenden Schlusswort an die Teilnehmenden. Damit endete ein Tag des intensiven und bereichernden Austauschs, der aus Sicht der Veranstaltenden eine Vielzahl von (auch interdisziplinären) Anknüpfungspunkten für weitere wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem KI-Verordnungsentwurf aufgezeigt hat.

Räume im Interimscontainer C2 für Studierende geöffnet

Zusätzlich zu den Arbeitsplätzen in den Bibliotheken stellt die Fakultät ihren Studierenden die Räume S 212 und S 214 im Interimscontainer C2 als Aufenthaltsfläche/Selbstlernzone zur Verfügung. Studierende können sie montags bis freitags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr nutzen.
Der Interimscontainer C2 befindet sich zwischen dem Hörsaalgebäude und der Unibibliothek (siehe https://lageplan.uni-koeln.de/#!901c2).

Bitte beachten Sie, dass auch hier die 3G- und AHAL-Regeln gelten. Die maximale Belegungszahl ist jeweils am Eingang des Raumes ausgewiesen. Die Einhaltung der Regeln wird regelmäßig überprüft.

Wir bitten unsere Studierenden im Interesse aller, an Lehrveranstaltungen mithilfe eines Headsets oder Kopfhörern teilzunehmen, um andere nicht zu stören. Außerdem empfehlen wir allgemein die Nutzung von Ohrstöpseln, sofern man für das Lernen Ruhe benötigt.

Wir hoffen, zeitnah auch Raum S 215 für Studierende öffnen zu können.

Forschungsprojekt der European Association of Private International Law.

Foto: Joern Henn

Am 25.10.2021 hat das Institut für internationales und ausländisches Privatrecht einen Workshop – organisiert und geleitet durch Dr. Tobias Lutzi – mit etwa 20 Teilnehmer:innen aus über 15 europäischen Mitgliedsstaaten durchgeführt. Er diente der Sichtung und Diskussion erster Ergebnisse des Forschungsprojekts ‚Extending the Jurisdictional Rules of the Brussels Ia Regulation to Non-EU Defendants‘ des Young Research Network der European Association of Private International Law.

Ausgangspunkt für das Projekt, an dem insgesamt 23 Nachwuchswissenschaftler:innen aus 17 Mitgliedsstaaten beteiligt sind, ist Art. 79 EuGVVO, demzufolge die Kommission bis zum 11.1.2022 einen Bericht über die Anwendung der Verordnung vorlegen und dabei insbesondere auf die Möglichkeit einer Ausdehnung ihrer Zuständigkeitsvorschriften auf Drittstaatensachverhalte eingehen soll. In Vorbereitung auf diesen Bericht, mit dem frühestens Ende 2022 zu rechnen ist, und auf die weitere rechtspolitische Diskussion werden im Rahmen des Forschungsprojektes Länderberichte erstellt, die die bisher für Drittstaatensachverhalte geltenden Zuständigkeitsregeln in den nationalen Rechtsordnungen der einzelnen Mitgliedsstaaten darstellen und einem Rechtsvergleich zugänglich machen sollen. Die Berichte orientieren sich an einem einheitlichen Fragebogen und sollen insbesondere Aufschluss darüber geben, welche Auswirkung eine Ausdehnung der Regeln der EuGVVO auf die Behandlung von Drittstaatensachverhalten in den Rechtsordnungen der verschiedenen Mitgliedstaaten hätten.

Im Rahmen des Workshops wurden zu sechs Aspekten der Länderberichte (Rechtsquellen; Begriff des Wohnsitzes; exorbitante Gerichtsstände; forum necessitatis; Vertrags-; Deliktsgerichtsstand) erste Erkenntnisse zunächst in Panels vorgestellt und verglichen und anschließend in größerer Runde zur Diskussion gestellt. Dabei zeigten sich schon auf Ebene der Rechtsquellen erhebliche Unterschiede zwischen den mitgliedsstaatlichen Rechtsordnungen, aber auch signifikante Gemeinsamkeiten, die insbesondere für die rechtspolitische Diskussion um eine mögliche Erweiterung des Anwendungsbereichs der EuGVVO von großer Bedeutung sein dürften. Der Workshop diente damit nicht nur der Vernetzung der beteiligten Nachwuchswissenschaftler:innen, sondern verschaffte auch wichtige inhaltliche Erkenntnisse, die in die Endfassungen der Länderberichte einfließen werden.

Die Länderberichte sowie die sich aus ihnen ergebenden rechtsvergleichenden Beobachtungen werden im Juni 2022 auf einer Konferenz an der Universität Zagreb vorgestellt und anschließend in der Reihe Studies in Private International Law von Hart Publishing veröffentlicht.

Der Lehrstuhl für US-amerikanisches Recht trauert um John Michael Owens.

© Foto privat

Seit 2013 war Michael Owens eine feste Größe im Zertifikatsprogramm für US-amerikanisches Recht (CUSL) an der Universität zu Köln mit der Vorlesung „US Criminal Law and Procedure“. Als erfahrener Praktiker konnte er seinen großen Wissensschatz als Lehrender im CUSL-Programm teilen. Er hat dabei einen erheblichen Beitrag zum Erfolg des CUSL-Programms geleistet. Seine Kolleg:innen und Studierenden haben „Mr. Owens“ als sympathischen, nahbaren, gewitzten und im besten Sinne des Wortes besonderen Weggefährten kennengelernt. Er wird uns sehr fehlen und als herausstehender Charakter in Erinnerung bleiben. Michael Owens verstarb am 10.10.2021.

Beachtlicher Erfolg beider Kölner Teams

Vom 6. bis 9. Oktober fand der neunte Hans Soldan Moot Court zum anwaltlichen Berufs- und Zivilrecht statt. An den von der Leibniz Universität Hannover im Online-Format ausgerichteten Verhandlungen nahmen insgesamt 30 Teams von 16 Universitäten teil. Die Universität zu Köln wurde durch zwei Teams vertreten.

Bei dem von der Hans-Soldan-Stiftung, der Bundesrechtsanwaltskammer, dem Deutschen Anwaltsverein und dem Deutschen Juristen-Fakultätstag veranstalteten Moot Court wird anhand eines fiktiven Falls ein deutsches Gerichtsverfahren simuliert. Die Studierenden nehmen dabei Rollen aus der Anwaltschaft ein, erarbeiten jeweils einen Schriftsatz aus Kläger- und Beklagtenperspektive und bestreiten schließlich mehrere mündliche Verhandlungen in verschiedenen Rollen. Dieses Mal waren die Voraussetzungen eines anwaltlichen Tätigkeitsverbots aufgrund nichtanwaltlicher Vorbefassung und die Grenzen des anwaltlichen Werberechts Gegenstand des Verfahrens.

Die Kölner Teams schlugen sich dabei äußerst beachtlich. Team Köln I mit Phillipp Eckhoff, Thomas Sossna und Erik Tröber konnte sich gegen starke Konkurrenzteams durchsetzen und unterlag erst im Finale knapp gegen das Gastgeberteam aus Hannover: ein großer Erfolg nach einer herausragenden Leistung. Thomas Sossna erreichte dabei zudem den zweiten Platz in der Wertung für die beste mündliche Einzelleistung.
Auch das Team Köln II mit Fabienne Dollhausen, Lena Forberger, Taisiia Mazaeva, Alina Rosenkranz und Selin Sayin argumentierte in den Verhandlungen mit viel Geschick und wurde für seine überzeugende Verhandlungsführung vielfach gelobt.

Beide Teams wurden vom Kölner Institut für Anwaltsrecht betreut. Der besondere Dank der Teams gilt dem geschäftsführenden Direktor Professor Dr. Martin Henssler, sowie den Coaches Simone Davepon, Dr. Christian Deckenbrock und Lena Özman für ihre wertvolle Unterstützung.

Weitere Details zu unseren Teams und Informationen zum diesjährigen Moot Court finden Sie auf der Seite des Instituts für Anwaltsrecht an der Universität zu Köln unter: https://anwaltsrecht.uni-koeln.de/veranstaltungen/soldan-moot-court-2021.

Prof. Dr. Herbert Wiedemann verstarb am 1. Oktober 2021.

Die Fakultät trauert um Prof. Dr. Herbert Wiedemann (21. Oktober 1932 - 1. Oktober 2021).

Professor Wiedemann war nach dem Studium der Musik und der Rechtswissenschaft, dem Referendariat, nach Promotion und Habilitation in München zunächst an der Freien Universität Berlin tätig, bevor er 1967 seine akademische Heimat an der Universität zu Köln fand. Als Direktor des Instituts für Arbeits- und Wirtschaftsrecht prägte er die diesem Institut zugeordneten Rechtsgebiete in Köln über drei Jahrzehnte bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1998. Auch danach blieb er dem Institut eng verbunden.

Als Dekan und Prodekan, als Rektor und danach als Prorektor übernahm er jahrelang Verantwortung in der Universität zu Köln. Die akademische Lehre bereicherte er nicht zuletzt durch die Gründung des Großen Klausurenkurses, den er von 1970 bis zum Jahr 2002 leitend betreute und der bis heute von zentraler Bedeutung für die Juristenausbildung an der Kölner Fakultät ist. 1986 bis 1996 war er zudem Richter am OLG Düsseldorf.

Herbert Wiedemann zählte zu jenen herausragenden Rechtsgelehrten des 20. Jahrhunderts, die für sich noch in Anspruch nehmen konnten, einen Gesamtüberblick über das deutsche Zivilrecht oder zumindest über große Teile dieser Rechtsdisziplin zu haben. Er bleibt uns als leidenschaftlicher Wissenschaftler, Musiker und beeindruckender Mensch im Gedächtnis. Herbert Wiedemann hinterlässt eine große Lücke. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Jubiläumsfeierlichkeiten am 1. und 2. Oktober in der Kölner Flora.

© Foto Amelie Köcke

Am 1. und 2. Oktober 2021 feierten die deutsch-französischen Studiengänge Rechtswissenschaften Köln/Paris 1 ihr 30-jähriges Bestehen. Bei diesem Programm nehmen jedes Jahr sowohl von deutscher als auch von französischer Seite dreißig Studierende das Studium des deutschen Rechts in Köln auf. Nach zwei Jahren wechseln sie gemeinsam nach Paris, wo sie sich dann für zwei Jahre dem Studium des französischen Rechts widmen. Nachdem die ursprünglich für letztes Jahr geplante Feier pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, lud der Alumniverein der Studiengänge, der DFM Alumni e.V., neben ehemaligen und aktuellen Studierenden des Programms auch zahlreiche Professoren der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie weitere mit dem Studiengang verbundene Ehrengäste in die Kölner Flora ein.

Zum Auftakt waren die Gäste dabei am Nachmittag des 1. Oktober 2021 zu einem Aperitif in den Räumlichkeiten der Kanzlei Osborne Clarke eingeladen. Im Anschluss folgte eine Veranstaltung im Kölner Dom unter dem Titel „Kölner Dom & Notre Dame – Symbole europäischer Kulturgeschichte und deutsch-französischer Zusammenarbeit“ mit einem Grußwort der französischen Generalkonsulin in Düsseldorf, Dr. Olivia Berkeley-Christmann, die selbst Absolventin des Studienganges ist, einem Vortrag von Prof. Dr. Barbara Schock-Werner sowie einem Orgelkonzert von Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig.

Im Rahmen des wissenschaftlichen Programms unter dem Titel „La nouvelle liberté – Klimakrise, Pandemie, Digitalisierung und Wandel der internationalen (Wirtschafts-)Ordnung als Triebfeder eines neuen Freiheitsverständnisses?“ fanden am Samstag, den 2. Oktober 2021 tagsüber zunächst insgesamt vier verschiedene wissenschaftliche Diskussionspanels statt. Dabei diskutierten zahlreiche Ehemalige des deutsch-französischen Studiengangs mit ganz unterschiedlichen beruflichen Werdegängen und vielseitigen Lebensentwürfen miteinander über aktuelle Fragen im deutsch-französischen und europäischen Kontext zu den Themen Kartellrecht, Investitionsschutzrecht, Völkerstrafrecht und Verfassungsrecht. Mit Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger M.A., ehemalige Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Prof. Dr. Henning Radtke, Richter des Bundesverfassungsgerichts oder Daniela Weber-Rey saßen aber auch zahlreiche hochkarätige externe Gäste auf dem Podium, genauso wie die Programmbeauftragten Prof. Dr. Dr. h.c. David Capitant und Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb.

Die anschließende, ausgelassene Feier mit Festessen, Festreden Musik und Tanz, bei der ca. 550 Gäste anwesend waren, ging bis in die Morgenstunden.