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Aktuelles

Gerhart Baum erhält Ehrendoktorwürde der Uni Köln

Baum war von 1972 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1978 bis 1982 Bundesinnenminister. Der Alumnus der Rechtswissenschaftlichen Fakultät setzt sich nach wie vor für Menschenrechte und Bürgerfreiheiten ein. Er vertritt als Rechtsanwalt Opfer von Unglücken und Verbrechen und ihre Familien.

Rektor Joybrato Mukherjee, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Gerhart Baum, Professorin Angelika Nußberger, Dekan Bernhard Kempen (v.l.n.r.)

Im Rahmen einer Festveranstaltung am 30. Januar 2024 wurde der Bundesminister a.D. Gerhart Baum von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Verleihung wurde von der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz ausgerichtet und fand in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, dem Rektor der Universität, Professor Dr. Joybrato Mukherjee, und zahlreichen Mitgliedern der Rechtswissenschaftlichen Fakultät statt.

Gerhart Baum, Jahrgang 1932, ist seit 1954 Mitglied der FDP und war von 1972 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1972 bis 1978 war er Parlamentarischer Staatssekretär und von 1978 bis 1982 Bundesminister des Innern in der von Helmut Schmidt geführten sozial-liberalen Bundesregierung. Ab 1992 war er für die UNO tätig, zuerst als Chef der deutschen Delegation in der UNO-Menschenrechtskommission in Genf und später als UN-Sonderbeauftragter für die Menschenrechte im Sudan. Er ist heute bei Amnesty international und Human Rights Watch aktiv.

Baum ist als Anwalt tätig und war an einer Reihe von erfolgreichen Verfassungsbeschwerden vor dem Bundesverfassungsgericht beteiligt, etwa gegen das Gesetz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (Großer Lauschangriff). Gerhart Baum legte auch erfolgreich Beschwerde gegen das nordrhein-westfälische Gesetz zur heimlichen Online-Durchsuchung privater Computer ein und gehörte zu den Beschwerdeführern gegen das Vorratsdatenspeicherungsgesetz. Als Anwalt hat Gerhart Baum zudem unter anderem die Opfer des Anschlags während der Olympischen Spiele in München 1972 und der Loveparade-Katastrophe in Duisburg 2010 vertreten.

Rektor Professor Dr. Joybrato Mukherjee sagte: „Die Universität würdigt mit diesem Ehrendoktor das vielfältige Engagement Gerhart Baums für Freiheit und Bürgerrechte in unserem Land und überall auf der Welt. Er ist für unsere Studierenden ein Vorbild, auch aufgrund seiner deutlichen Worte gegen Rechtsextremismus.“

Professor Dr. Bernhard Kempen, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, betonte, wie selten die Fakultät die Ehrendoktorwürde verleiht. Er hob den von Baum stets verfochtenen Freiheitsbegriff hervor, den er in der Tradition der politischen Aufklärung begründet sieht: „Mich prägte als Heranwachsender, wie sehr Gerhart Baum für eine Idee von Freiheit eintrat, die nicht auf den freien Markt verengt ist. Auch aufgrund seines Einsatzes für Grund- und Menschenrechte werden wir uns an seine Zeit als Innenminister lange kollektiv erinnern.“

Presse und Kommunikation:
Jürgen Rees
+49 221 470 3107
j.reesverw.uni-koeln.de​​​​​​​

Abschlussfeier zu Ehren der Absolventinnen und Absolventen 2022/23

Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Rechtswissenschaft, die ihre erste Prüfung im Studienjahr 2022/23 erfolgreich abgelegt haben, wurden am 26. Januar 2024 von der Fakultät geehrt. Festrednerin war Frau Rektorin Prof.'in Dr. Anja Steinbeck mit ihrem Vortrag "Herzlichen Glückwunsch – und was es (an einem solchen Abend) sonst noch Wichtiges zu sagen gibt".

Am Abend des 26.01.2024 feierte die Rechtswissenschaftliche Fakultät die Absolventinnen und Absolventen der ersten Prüfung des Jahrgangs 2022/23 mit einem Festakt.

Die akademische Feier begann mit den Eröffnungsworten des Dekans der Fakultät, Prof. Dr. Bernhard Kempen, nachdem von den Absolventinnen und Absolventen ein gemeinsames Foto aufgenommen worden war. Nach seinen einleitenden Grußworten und Glückwünschen übergab er das Wort der Festrednerin Prof.'in Dr. Anja Steinbeck. Die Fakultät freut sich, dass sie die Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als ehemaliges Mitglied unserer Fakultät für diesen erfreulichen Anlass gewinnen konnte. In ihrer Rede "Herzlichen Glückwunsch – und was es (an einem solchen Abend) sonst noch Wichtiges zu sagen gibt" machte Frau Professorin Steinbeck den Absolventinnen und Absolventen Mut, trotz der aktuellen Krisen mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen, und animierte insbesondere die Absolventinnen, zukünftige berufliche Herausforderungen, egal ob in der Wissenschaft oder in der Praxis, selbstbewusst anzunehmen.

Im Anschluss daran wurden die Absolventinnen und Absolventen geehrt. 145 der neuen Alumnae und Alumni waren der Einladung mit Freunden und Familie gefolgt und durften sich gemeinsam mit ihren Kommilitonninen und Kommilitonen über den Erfolg in der ersten Prüfung freuen. Der ihnen gebührende Applaus wollte lange nicht enden. Eine besondere Ehrung für ihre exzellenten Leistungen erfuhren im weiteren Verlauf die drei besten der anwesenden Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs Noah Klaes, Felix Müller und Kilian Schayahi.

Die Fachschaft Jura verlieh an diesem Abend ihren Lehrpreis für besonders herausragendes Engagement in der Lehre. Der verdiente Preisträger war in diesem Jahr Prof. Dr. Jens Koch, der für sein dialogbasiertes Lernkonzept in den Vorlesungen geehrt wurde. Für ihre hervorragende Gestaltung der Arbeitsgemeinschaften sind Sophia Heinz (Strafrecht), Jonas Lagos Kalhoff (Öffentliches Recht) und Matthias Schmid (Zivilrecht) ausgezeichnet worden.

Die beschwingte Atmosphäre verdanken wir in hohem Maße der Jazzband „Das Triologische Quartett“, die die Feierlichkeit musikalisch begleitete.

Dem akademischen Teil folgte ein Umtrunk mit Imbiss im Mensagebäude, bei dem die Gäste den Erfolg der Absolventinnen und Absolventen weiterfeierten.

Wir möchten den Absolventinnen und Absolventen an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gratulieren und wünschen Ihnen für Ihre weitere berufliche und persönliche Zukunft nur das Beste!

Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung von „correctiv“

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät hat ein formelles Verfahren eingeleitet, in dem die Lehrbefugnis von Dr. Ulrich Vosgerau und damit sein Status als Privatdozent überprüft wird.

Kölner Gespräche zu Recht und Staat: S.E. Professor Ron Prosor im Dialog

Am 15.01.2024 war Professor Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland, an der Universität zu Gast. Er hielt im Rahmen der vom Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre organisierten "Kölner Gespräche zu Recht und Staat" einen Vortrag und diskutierte anschließend mit Studierenden.

Am Montag, den 15. Januar 2024, hieß Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M., Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre, den Botschafter des Staates Israel, S.E. Professor Ron Prosor, zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der „Kölner Gespräche zu Recht und Staat“ willkommen. Mehr als 300 Studierende, Lehrende und Ehemalige waren unter besonders hohen Sicherheitsvorkehrungen zu dem Gastvortrag mit anschließender Fragerunde in den Hörsaal II des Universitätsgebäudes gekommen; fast doppelt so viele Universitätsangehörige hatten zuvor ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet.

„Ich glaube ganz fest daran, dass wir gemeinsam Neutralität durch Pluralität erzeugen werden“, leitete Ogorek ein und betonte, er sei stolz darauf, dass der Rektor trotz diverser Störvorfälle in den Tagen zuvor „kein einziges Mal an der Durchführung der Veranstaltung gezweifelt“ habe. Ihm sei es wichtig gewesen, so der Gastgeber weiter, einen in der Sache durchaus kritischen, im Ton aber stets respektvollen Diskurs zu ermöglichen. Rektor Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Joybrato Mukherjee unterstrich in seinem Grußwort noch einmal, dass Antisemitismus an der Universität zu Köln keinen Platz habe. Dem schloss sich Professor Dr. Bernhard Kempen, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, an, der dem anschließenden Dialog auch dank Völkerrechtsprofessorinnen im Auditorium die notwendige Expertise zuschrieb.

In seinem Auftaktvortrag ging Prosor dann auf die Terrorakte der „Hamas“ ein und betonte, dass Israel „nie wieder so sein wird wie vor dem 7. Oktober“. Die „Hamas“ habe Krankenhäuser, Moscheen und Schulen in „Institutionen des Terrors“ verwandelt, prangerte der Spitzendiplomat an. „Es ist unsere Pflicht und unser Recht, uns zu verteidigen, damit sie nie wieder die Möglichkeit dazu haben", sagte Prosor und erntete dafür großen Applaus des Publikums.

In der anschließenden Fragerunde eröffnete Ogorek damit, ob Israel nicht Gefahr laufe, den Krieg zu gewinnen, aber den Frieden zu verlieren. Prosor betonte, um langfristig Frieden und Sicherheit zu erreichen, brauche es die Zwei-Staaten-Lösung – Voraussetzung dafür sei allerdings eine Demokratie in Gaza, die Israel nicht ständig bedrohe. Als erste Fragestellerin aus dem Auditorium meldete sich Berlins Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg zu Wort, die den Botschafter in ihrer Funktion als Lehrbeauftragte des veranstaltenden Instituts für seinen Besuch in Köln gewonnen hatte und als Ehrengast den Dialog bereicherte. Sie bat den Diplomaten um eine Einschätzung politischer Forderungen, die Anerkennung des Existenzrechts Israels zur Bedingung einer Einbürgerung zu machen. Prosor begrüßte das Vorhaben, betonte aber, dass dies seine persönliche Meinung sei.

Anschließend hatten auch die übrigen Anwesenden Gelegenheit, sich mit dem Botschafter auszutauschen. Von einem Studenten auf den tief verwurzelten Antisemitismus in Deutschland angesprochen, betonte Prosor, dass die deutsche Regierung viel gegen Judenfeindlichkeit unternehme. Während man bei rechtem Antisemitismus sofort wisse, womit man es zu tun habe, sei dies bei linker oder muslimischer Judenfeindlichkeit weniger klar. Als Beispiele nannte er antisemitische Darstellungen auf der Kunstausstellung „documenta“ sowie Parolen palästinensischer Gruppen, die Israel das Existenzrecht absprechen.

Eine andere Jurastudentin wollte wissen, wie Prosor die Äußerungen einzelner israelischer Regierungsmitglieder bewerte, die sich für eine Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen ausgesprochen hätten. Die Frage sei berechtigt, meinte der Botschafter nachdenklich, und wich ihr nicht aus. „Letztlich“ komme es auf die Entscheidungen des Kriegskabinetts an, und wie schon bei der gescheiterten Justizreform könnten sich solche Stimmen in der israelischen Regierungspolitik nicht durchsetzen. Angesprochen auf eine mögliche Nachkriegsordnung betonte Prosor, dass der Iran in dieser Hinsicht „der Schlüssel“ sei. Große Sorge bereite ihm diesbezüglich die „Hisbollah“, die den Libanon „als Geisel“ genommen habe und mit ihrem Raketenarsenal viel stärker sei als „Hamas“; in einem destabilisierten Umfeld sei die Schaffung einer effektiven Friedensordnung eine sehr herausfordernde Aufgabe.

Die Legitimität des derzeitigen Vorgehens Israels wurde schließlich von einer Studentin in Frage gestellt. Ogorek leitete die Frage, die den 7. Oktober teilweise relativierte, mit dem Kommentar weiter, dass die Diskussion auch dazu da sei, besonders kritische Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Prosor betonte noch einmal, dass im Gazastreifen „zivile Gebäude in terroristische Einrichtungen umgewandelt“ worden seien. Es gebe vor diesem zutiefst bedauerlichen Hintergrund „keine andere Möglichkeit, wie wir uns gegen eine Terrororganisation verteidigen können, die die eigene Bevölkerung als Schutzschild missbraucht“, sagte der Diplomat ergriffen.

Nach weiteren Fragen, die teils deutlich den Kurs Israels stützten, teils aber auch weitere Kritik am militärischen Handeln im Gazastreifen übten, verabschiedete Gastgeber Ogorek den Botschafter mit einem Weinpräsent. Er dankte ihm sehr herzlich dafür, dass er sich aus einer Vielzahl von Terminanfragen nicht zuletzt aufgrund der Bemühungen Badenbergs für den Kölner Dialog entschieden hatte, sowie für seine bereichernden Antworten. Als der Diplomat den Saal verließ, begleitete ihn ein langanhaltender und kräftiger Applaus.

In Presse und Medien zitierte Teilnehmende betonten später, dass es wichtig gewesen sei, den Dialog mit dem Botschafter gesucht zu haben, und dass nun einige Zusammenhänge viel besser verständlich seien. Der Rabbiner der Kölner Synagogengemeinde resümierte, er „hätte nicht gedacht, dass die Veranstaltung möglich“ werde: „Chapeau vor der Uni Köln“.

Zu weiteren Impressionen, insbesondere zur Aufzeichnung der Veranstaltung gelangen Sie unter https://verwaltungslehre.uni-koeln.de/koelner-gespraeche/ron-prosor. Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie unter https://verwaltungslehre.uni-koeln.de/koelner-gespraeche.

Manfred Lachs Moot Court im Weltraumrecht

Das Team der Universität zu Köln hat den Titel des Europameisters und Vizeweltmeisters gewonnen.

Der Manfred Lachs Weltraumrecht Moot Court wird jedes Jahr von dem International Institute of Space Law in zwei Phasen organisiert: Einer Regionalrunde in Europa, Nord- und Südamerika sowie Afrika und Asien, und einer Weltrunde, in der nur die Regionalmeister auftreten. Die Europäischen Runden werden zusätzlich gemeinsam mit dem European Center for Space Law und der Europäischen Weltraumagentur ESA abgehalten.

Entsprechend jahrelanger Tradition unterstützt und koordiniert das von Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Stephan Hobe, LL.M geleitete Institut für Luftrecht, Weltraumrecht und Cyberrecht das Moot Court Team der Universität zu Köln durch Auswahl und Training der Studierenden.

Das Kölner Team, bestehend aus Herrn Til Daniels, Frau Christina Schmitz und Frau Verena Celina Schulz, wurde von Frau Katja Grünfeld, die für Weltraumrecht zuständige Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, betreut. Sie begannen bereits im September 2022 mit der Recherche zum diesjährigen Fall mit den Themen Spionage und Anschlag auf einen Satelliten mit einer Anti-Satelliten-Rakete. Über ein Jahr befassten sich die Studierenden mit den sowohl weltraumrechtlichen als auch allgemein internationalrechtlichen Problemen.

Dieser Einsatz hat sich gelohnt: Das Team der Universität zu Köln setzte sich im April 2023 bei den Europarunden des Manfred Lachs Moot Courts in Jaén (Andalusien, Spanien) gegen die europäische Konkurrenz durch und belegte den ersten Platz. Als Gewinner des Titels „Europameister“ erhielten sie die einzigartige Möglichkeit, Europa in den Weltrunden gegen Nord- und Südamerika, Afrika und Asien im Oktober 2023 auf dem Internationalen Astronautischen Kongress in Baku (Aserbaidschan) zu vertreten. Dort gelang es ihnen sich zunächst in den schriftlichen Runden mit ihrem Schriftsatz zu überzeugen, sodass ihnen der direkte Einzug ins Semifinale gewährt wurde. Im Semifinale setzten sie sich gegen das nordamerikanische Team durch und plädierten anschließend in den Räumlichkeiten des Supreme Courts von Aserbaidschan vor drei Richtern des Internationalen Gerichtshofs gegen das asiatische Team. In diesem Weltfinale holte das Team den Titel des Vizeweltmeisters nach Köln!

Die Fakultät ist außerordentlich stolz auf diese Leistung und gratuliert dem Team herzlichst zu diesem großartigen Erfolg!

Bericht: Verena Celina Schulz

14. Fakultätskarrieretag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Vom 28. bis 30. November 2023 fand der erstmalig dreitägige Fakultätskarrieretag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät statt und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über vielfältige Karrieremöglichkeiten zu informieren.

Zum inzwischen vierzehnten Mal trafen sich potenzielle Praktikums- und Arbeitgeber und interessierte Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der Rechtswissenschaft im Hauptgebäude der Universität zu Köln und tauschten sich rege über berufliche Perspektiven aus.

Der Fakultätskarrieretag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat sich zu einer der größten Karriereveranstaltungen innerhalb der Universität zu Köln entwickelt. In diesem Jahr haben 51 namhafte Aussteller aus Justiz, Anwaltschaft, Verwaltung und privater Wirtschaft (u. a. CMS Hasche Sigle, DLA Piper, Deloitte, Bayer AG, Bundesministerium der Finanzen, Bundesamt für Verfassungsschutz, Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, Staatsanwaltschaft Köln) ihre Teilnahme zugesagt. Besonders erfreulich ist, dass viele Ehemalige unserer Fakultät die Gelegenheit nutzten, auf Ausstellerseite an die Universität zurückzukehren, und ihre Erfahrungen in der Praxis mit dem Nachwuchs zu teilen.

Zusätzlich konnten sich Interessierte am Stand der Fakultät zum Bewerbungsprozess und zur Karriereplanung informieren. Abgerundet wurde das Programm mit diversen Vorträgen rund um die Themen Promotion und „Karriere in der Wissenschaft“ sowie über die Möglichkeiten eines Engagements z. B. im Rahmen von Law Clinics, Moot Courts, studentischen oder Gründungsinitiativen.

Die MYJOBFAIR GmbH und das Studien- und Karriereberatungszentrum der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, die die Messe gemeinsam organisiert haben, waren begeistert über den großen Anklang, den die Veranstaltung auf allen Seiten auch in diesem Jahr gefunden hat. Insbesondere die Gäste aus der Praxis lobten die hohe Qualität und gute Vorbereitung des interessierten Nachwuchses.

Die Fakultät möchte sich ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Veranstaltung tatkräftig unterstützt haben, und freut sich auf das nächste Mal!

Kölner Gespräche für Recht und Staat

Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M, begrüßte am 28.11.2023 Bundespräsidenten a.D. Dr. h.c. mult. Joachim Gauck zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der „Kölner Gespräche zu Recht und Staat“. In seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion ging es um den Wert und die Verletzlichkeit der Demokratie, sowie um das aktuelle politische Klima.

Am Dienstag, den 28. November 2023, begrüßte Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M. den Bundespräsidenten a.D. Dr. h.c. mult. Joachim Gauck zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der „Kölner Gespräche zu Recht und Staat“. Mehr als 300 Studierende, Lehrende und Ehemalige fanden sich für den Gastvortrag mit anschließender Fragerunde im Hörsaal II des Universitätsgebäudes ein; zuvor hatten rund doppelt so viele Universitätsangehörige Interesse an der Teilnahme angemeldet. Seitens der Universität bereicherten zudem unter anderem der Rektor, Professor Joybrato Mukherjee, sowie zahlreiche Mitglieder der Rechtswissenschaftlichen Fakultät die Veranstaltung mit ihrem Fachwissen.

In seinem einleitenden Vortrag stellte der Altbundespräsident zunächst auf den Wert der Demokratie, aber auch die Verletzlichkeit dieser Staatsform ab. Hierbei veranschaulichte er anhand seiner eigenen Vita, dass im Osten Deutschlands Demokratie eine echte Erfahrung gewesen sei, wohingegen sie in Westdeutschland schon lange als selbstverständlich gegolten habe. Angesichts der dortigen, vergleichsweise jungen Erfahrungen, so Gauck weiter, sei es es nicht verwunderlich, dass im Osten Deutschlands die extreme Rechte einen noch größeren Zuspruch erfahre. Zugleich greife es aber zu kurz, den Erfolg etwa der AfD darauf zu reduzieren. Eine "Flucht nach Rechtsaußen" sei vielmehr in ganz Europa zu beobachten, weil sich viele "strukturkonservative" Menschen vom raschen Wandel und der Vielzahl der Krisen überfordert fühlten. Radikale bis extremistische Parteien würden vor diesem Hintergrund "nicht wegen zukunftsweisender Politik" immer mehr Stimmen erhalten – vielmehr wollten diese Personen "beheimatet" werden und fänden am rechten, aber klar demokratischen Rand keine Partei mehr, die dies abzubilden vermöge.

Dem Vortrag Gaucks folgte eine Fragerunde Ogoreks, an der sich das Auditorium wie üblich engagiert und mit Sachkenntnis beteiligte. Angesprochen auf ein Verbot der AfD, das in den Rechtswissenschaften derzeit offen diskutiert wird, machte Gauck klar, dass er am liebsten völlig auf die Partei verzichten wolle; ihr Angebot sei "äußerst dürftig bis peinlich". Das Bundesverfassungsgericht, das vor Jahren ein Verbot der NPD trotz "offenkundig verfassungsfeindlichen Gedankenguts" abgelehnt habe, werde allerdings kaum bereit sein, die Bundespartei insgesamt zu verbieten. Gauck ging auch auf alle weiteren Fragen der Anwesenden offen, zugewandt und gesprächsfreudig ein – darunter etwa darauf, was Studierende konkret zur Verbesserung des politischen Klimas tun könnten. Nachdem er Gauck mit einem Weinpräsent verabschiedet hatte, resümierte Ogorek: Der Altbundespräsident werde durch seine beispiellose Lebenserfahrung und seine überaus klugen Einschätzungen des politischen Klimas einen bleibenden Eindruck bei der Universitätsgemeinschaft hinterlassen haben, wenn er sich nun auf den Weg zu seinem nächsten Termin mache – minutenlanger Applaus während der Abreise Gaucks gab diesen Worten Recht.

Langfristige Fördervereinbarung zwischen Uni Köln und der Alfred Landecker Foundation

Über 4 Millionen Euro Förderung für die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Geschichts- und Völkerrechtswissenschaft im Rahmen des neu gegründeten "Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law"

Die Universität zu Köln und die Alfred Landecker Foundation schließen zwei Fördervereinbarungen, mit denen die interdisziplinäre Kooperation an der Schnittstelle von Internationaler Geschichte und Völkerrecht langfristig unterstützt wird. Beide Vereinbarungen stehen in inhaltlicher Verbindung mit dem von Professorin Angelika Nußberger und den Professoren Fabian Klose und Claus Kreß soeben gegründeten “Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law” (CHL), einer neuen zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Universität.

Gefördert wird zum einen das „Hans Kelsen Visiting Professorship for the History and Theory of International Law“. Die neue Gastprofessur wird bei dem von Professor Kreß geleiteten “Institute for International Peace and Security Law” angesiedelt sein und über eine Laufzeit von mehr als 9 Jahren mit insgesamt 2,5 Millionen Euro gefördert.

Die Gastprofessur ist der Forschung im Bereich der Geschichte und der Theorie des Völkerrechts gewidmet. Dabei sollen auch Fragen zum Minderheitenschutz, zu kollektiven Rechten im Völkerrecht, zur Verhütung und Verfolgung von Völkerstraftaten sowie zum Kulturgüterschutz und zur Restitution behandelt werden.

Die Gastprofessur trägt den Namen Hans Kelsens, im Andenken an den bedeutenden Rechtstheoretiker sowie Staats- und Völkerrechtler, der 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner demokratischen Überzeugungen zwangsweise aus dem Dienst der Universität zu Köln entlassen wurde.

Zudem wird – mit einer parallelen Laufzeit – das “Colleg Konrad Adenauer” mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro gefördert. Das Colleg wird die zentrale Säule des “Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law” (CHL). Dank der Förderung durch die Alfred Landecker Foundation können renommierte internationale Historiker und Historikerinnen sowie Völkerrechtler und Völkerrechtlerinnen an das Center eingeladen  werden, um hier zu Themen wie Menschenrechte, Humanitarismus, humanitäres Völkerrecht, internationale Strafgerichtsbarkeit sowie zu elementaren Fragen von Krieg und Frieden zu forschen. Das Colleg wird als zentraler Ort des internationalen wissenschaftlichen Austausches und der Wissensvermittlung an der Schnittstelle von Völkerrecht und internationaler Geschichte fungieren. Ziel ist es dabei, wissenschaftlich fundiert über die universitären und akademischen Grenzen hinaus in breitere gesellschaftliche Diskurse hineinzuwirken.

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Geschichts- und Völkerrechtswissenschaften verbindet die Lehren aus der Vergangenheit mit der Sicherung von Demokratie und Kollektivrechten im Hier und Jetzt“, sagt Lena Altman, Co-CEO der Alfred Landecker Foundation. „Wir freuen uns, den wissenschaftlichen Dialog von international renommierten Expertinnen und Experten in diesen Bereichen zu fördern, besonders vor dem Hintergrund aktueller Konflikte und Kriege wie etwa dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem Krieg der Hamas gegen Israel.“

„Die Förderung durch die Alfred Landecker Foundation wird es uns ermöglichen, der engen Kölner Zusammenarbeit auf den Feldern der Internationalen Geschichte und des Völkerrechts durch eine längerfristige enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland wertvolle Anregungen zu vermitteln und die entsprechende Forschung von Grundlagenfragen bis hin zu akuten Gegenwartsproblemen zu vertiefen“, sagt Professor Claus Kreß. „Die Begegnung mit unseren Gästen soll dabei auch unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie unsere Studenten und Studentinnen inspirieren und Kölner Bürgerinnen und Bürgern einen weiteren Anreiz zum gelegentlichen Besuch der Universität geben. Wir sind der Alfred Landecker Foundation sehr dankbar dafür, dass sie uns diese großartige Zukunftsperspektive neben ihren vielen anderen wichtigen Engagements eröffnet.“

--- English Version below ---

Long-term funding agreement between the University of Cologne and the Alfred Landecker Foundation

More than 4 million euros in funding for interdisciplinary cooperation in history and international law within the framework of the newly founded Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law

The University of Cologne and the Alfred Landecker Foundation conclude two funding agreements that will support interdisciplinary cooperation at the interface between international history and international law in the long term. Both agreements are linked to the ‘Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law’ (CHL), a new central academic institution of the university, which was just founded by Professors Angelika Nußberger, Fabian Klose and Claus Kreß.

To begin with, the ‘Hans Kelsen Visiting Professorship for the History and Theory of International Law’ will be funded. The new visiting professorship will be located at the ‘Institute for International Peace and Security Law’ directed by Professor Kreß and will be funded with a total of 2.5 million euros over a period of more than 9 years.

The visiting professorship is dedicated to research in the history and theory of international law. Issues relating to the protection of minorities, collective rights in international law, the prevention and prosecution of crimes under international law, as well as the protection of cultural assets and restitution will also be addressed.

The visiting professorship is named after Hans Kelsen, in memory of the eminent legal theorist and constitutional and international lawyer, who was forcibly dismissed from the service of the University of Cologne in 1933 due to his Jewish origin and his democratic convictions.

At the same time, the ‘Colleg Konrad Adenauer’ will be funded with a total of 1.6 million euros . It will become the central pillar of the ‘Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law’ (CHL). Thanks to the funding by the Alfred Landecker Foundation, renowned international historians and international lawyers can be invited to the Center to conduct research on topics such as human rights, humanitarianism, international humanitarian law, international criminal justice, as well as on foundational questions of war and peace. The ‘Colleg Konrad Adenauer’ will serve as a central location for international academic exchange and knowledge transfer at the interface between international law and international history. It is envisaged to reach out, on the basis of thorough scholarly research, to broader social discourses beyond university and academic boundaries.

“The interdisciplinary cooperation between history and international law combines the lessons of the past with the safeguarding of democracy and collective rights in the here and now,” says Lena Altman, Co-CEO of the Alfred Landecker Foundation. “We are pleased to promote the scholarly dialogue of internationally renowned experts in these fields, especially in the context of current conflicts and wars, such as the Russian war of aggression in Ukraine and Hamas' war against Israel.” 

“The support from the Alfred Landecker Foundation will enable us to receive valuable input, through long-term close collaboration with colleagues from abroad, to the close cooperation in Cologne in the fields of international history and international law and to hereby deepen the relevant research reaching from foundational questions to pressing current problems,” says Professor Claus Kreß. “The encounter with our guests is also meant to inspire our younger scholars and our students as well as to give Cologne citizens a further incentive to visit the university at suitable occasions. We are very grateful to the Alfred Landecker Foundation for providing us with this splendid future perspective alongside its many other important commitments.”

Inhaltlicher Kontakt / Media Contact:
Professor Dr Fabian Klose
Managing Director of CHL
+49 221 470 5248
fabian.kloseSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation / Press and Communications Team:
Jan Voelkel
+49 221 470 2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Nachruf auf Professor László Sólyom

Der ungarische Hochschullehrer, Verfassungsrichter, Staatspräsident und Ehrendoktor unserer Fakultät verstarb am 08.10.2023.

Die Fakultät trauert um ihren Ehrendoktor Professor László Sólyom, der am 8. Oktober 2023 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.
Herr Professor Sólyom war nicht nur Hochschullehrer, sondern auch von 1990 bis 1998 Präsident des Ungarischen Verfassungsgerichts und von 2005 bis 2010 Ungarischer Staatspräsident.

Er stand in engem Kontakt zum damaligen Institut für Ostrecht der Fakultät, das heute als Institut für osteuropäisches Recht und Rechtsvergleichung unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Nußberger zu Themen rund um das Recht in mittel- und osteuropäischen Staaten forscht und lehrt.

Lern- und Career-Coaching des ProfessionalCenters

Haben Sie manchmal Schwierigkeiten, den Lernstoff zu bewältigen? Sind Klausuren und Hausarbeiten ein Grund zur Panik? Dann kann Ihnen das Lern-Coaching des ProfessionalCenters eine super Unterstützung liefern! Gemeinsam mit einer:m persönlichen Lern-Coach:in suchen Sie nach für Sie geeigneten Lernstrategien, um Ihren Unialltag wieder mit mehr Leichtigkeit meistern zu können.

Steht der Studienabschluss bevor und Sie sind sich noch nicht sicher, wie Sie sich beruflich orientieren wollen? Oder haben Sie berufliche Ziele, aber sind sich nicht sicher, wie Sie diese realisieren können? Dann nutzen Sie unser kostenloses Career-Coaching, um sich über Ihre berufliche Zukunft Klarheit zu verschaffen.

Weitere Informationen zu beiden Programmen finden Sie unter https://professionalcenter.uni-koeln.de/lehre/lern-coaching und https://professionalcenter.uni-koeln.de/career/career-coaching. Bei offenen Fragen zu den Coaching-Programmen wenden Sie sich gerne an das Team des Career- und Lern-Coachings (career-coaching@uni-koeln.de) oder direkt an die Koordinatorin Theresa Raulf (theresa.raulfuni-koeln.de).