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Aktuelles

ZIB Jura

Buddyprogramm für internationale Studierende in Köln

Um unsere internationalen Gaststudierenden an der Universität zu Köln willkommen zu heißen, sucht das ZIB Jura regelmäßig nach engagierten Studierenden als Ansprechpartner:innen für unsere Incomings. Wenn Sie Lust haben, Studierende aus anderen Ländern kennenzulernen, Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern oder auch einfach darauf, Austauschstudierenden Ihre Stadt zu zeigen, dann ist das Buddy-Programm des ZIB Jura die perfekte Möglichkeit!

Grundsätzlich ist ein Buddy ein Ansprechpartner für ein oder mehrere Gaststudierende. Die Neuankömmlinge freuen sich insbesondere vor ihrer Ankunft und zu Beginn des Semesters über die Hilfe und Tipps von Kölner Mitstudierenden bei Fragen zu Unterkunft, Semesterstart, Lehrveranstaltungen etc. Dabei übernimmt ein Buddy keine administrativen Aufgaben der Universität, sondern soll den Gaststudierenden dabei helfen, sich im Alltags- und Universitätsleben zurecht zu finden.

Durch das Programm sollen also den internationalen Studierenden der Einstieg in das Semester erleichtert und die Bänder zwischen den Studierenden unserer Fakultät und denen unserer Partneruniversitäten verstärkt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des ZIB Jura unter https://zib.jura.uni-koeln.de/erasmus-praktika-auslandsprogramme/buddy-programm.

Gerne können Sie sich bei Interesse jederzeit anmelden. Um im Sommersemester 2023 am Buddy-Programm teilzunehmen, melden Sie sich bitte bis zum 26.02.2023 an.

Studierendenprojekt Blutspenden

In Deutschland werden pro Tag ca. 15000 Blutspenden benötigt (BZgA, 2022). Auch Sie können mit einer Blutspende Patient:innen helfen, die diese dringend für ihre Genesung benötigen, und sogar bis zu drei Leben retten! Helfen geht ganz einfach, indem Sie spontan oder mit online gebuchtem Termin bei der Blutspendezentrale an der Uniklinik (Kerpener Str. 62) vorbeigehen (weniger als 10 Minuten von der Unibib entfernt). Spenden sind möglich: Mo-Mi von 12-19 Uhr und Do-Sa von 07.30-14 Uhr.

Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie Blut spenden können, dann keine Sorge: vor jeder Spende wird ein kurzer Gesundheitscheck durchgeführt und Sie spenden an dem Tag nur, wenn Sie gesund sind. Nach einer Spende können Sie sich – falls nötig – vor Ort ausruhen und mit Snacks versorgen, bis Sie wieder fit sind. Zudem steht Ihnen das Team telefonisch und persönlich vor, während und nach der Spende für Fragen zur Verfügung und auch online finden Sie schon viele Informationen.
Wie wäre es also damit, in einer Pause vom ewigen Lernen und Hausarbeiten Schreiben etwas richtig Gutes zu tun?

CareerTest 2023

Wie sehen Ihre Karriereerwartungen im Vergleich zu Ihrer Peergroup aus?

Liebe Studierende,

die Entscheidung, welchen Berufsweg man einschlagen soll, ist von großer Bedeutung, kann aber manchmal überfordernd sein. Mit dem CareerTest möchten wir Sie dabei unterstützen, den richtigen Weg für Ihr Berufsleben zu finden.

Der CareerTest bietet wertvolle Informationen zu Ihrem Karrieretyp, hilft Ihnen bei der Festlegung Ihrer Gehaltsvorstellungen und liefert Ihnen Empfehlungen zu idealen Arbeitgebern. Zusätzlich erhalten Sie Zugang zu einem professionellen Lebenslauf-Check und haben die Möglichkeit, Ihre Fähigkeiten durch das Üben von psychometrischen Tests zu verbessern, welche in vielen Assessment-Centern von hunderten von Arbeitgebern heutzutage verwendet werden.

Verschaffen Sie sich einen Vorsprung für Ihre Karriere, indem Sie den CareerTest machen. Außerdem können Sie am Ende des Tests an der Verlosung von 20 Media Markt-Gutscheinen* teilnehmen und tolle Empfehlungen für Personen mit dem selben Karriereprofil wie Sie durchstöbern!

Eine Teilnahme ist online über https://careertest.universumglobal.com/s/23detsunikoelnjura. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt per Mail an supportSpamProtectioncareertest.universumglobal.com.

(* Die Gutscheine können auch in vielen weiteren Online-Shops eingelöst werden, unter anderem bei Jochen Schweizer, Tchibo, OBI, Ikea, Flixbus, etc.)

 

Abschlussfeier zu Ehren der Absolventinnen und Absolventen 2021/2022

Festrednerin war Frau Präsidentin des BAG Inken Gallner

Am Abend des 13.01.2023 feierte die Rechtswissenschaftliche Fakultät die Absolventinnen und Absolventen der ersten Prüfung des Jahrgangs 2021/2022 mit einem Festakt.

Die akademische Feier begann mit den Eröffnungsworten des Dekans der Fakultät, Prof. Dr. Bernhard Kempen, nachdem von den Absolventinnen und Absolventen ein gemeinsames Foto aufgenommen worden war. Nach seinen einleitenden Grußworten und Glückwünschen übergab er das Wort der Festrednerin. Die Fakultät freut sich, dass sich Frau Präsidentin des Bundesarbeitsgericht Inken Gallner dafür gewinnen ließ. In ihrer lehrreichen Rede "Recht in Europa" machte sie deutlich, dass Europa als Friedens- und Rechtsgemeinschaft unabdingbar ist. Dann beleuchtete sie das zurzeit noch bestehende Spannungsverhältnis nationaler und europäischer Gerichte am prägnanten Beispiel eines Vorabentscheidungsverfahrens.

Im Anschluss daran wurden die Absolventinnen und Absolventen geehrt. Rund 140 der neuen Alumni waren der Einladung mit Freunden und Familie gefolgt und durften sich gemeinsam mit ihren Kommilitonninen und Kommilitonen über den Erfolg in der ersten Prüfung freuen. Der ihnen gebührende Applaus wollte lange kein Ende nehmen. Eine besondere Ehrung für ihre exzellenten Leistungen in den Prüfungen erfuhren im weiteren Verlauf die vier Besten der anwesenden Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs Lea Norta, Paulina Kimberley Rob, Teresa Möllers und Fabian Schütte.

Die Fachschaft Jura verlieh an diesem Abend ihren Lehrpreis für besonders herausragendes Engagement in der Lehre. Der verdiente Preisträger war Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M., der mit seinem Projekt "Jura mit System" eine moderne Vermittlung von öffentlich-rechtlichen Lerninhalten ermöglicht und somit neue Meilensteine für die digitale Lehre setzt. Für ihre hervorragende Gestaltung der Arbeitsgemeinschaften sind Herr Jakob Schneck, LL.M. (Zivilrecht), Frau Fiona Abken (Strafrecht) und Herr Dr. Martin Schwamborn (Öffentliches Recht) ausgezeichnet worden.

Dem akademischen Teil folgte ein Umtrunk mit Imbiss im Mensagebäude, bei dem die Gäste den Erfolg der Absolventinnen und Absolventen weiterfeierten. Die beschwingte Atmosphäre verdanken wir in hohem Maße der Jazzband „Das Triologische Quartett“, die die Feierlichkeit den gesamten Abend musikalisch begleitete.

Wir möchten den Absolventinnen und Absolventen an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gratulieren und wünschen Ihnen für Ihre weitere berufliche und persönliche Zukunft nur das Beste!

“Jura mit System“

Neue Einheiten freigeschaltet

Die digitale Lernplattform “Jura mit System" – betreut durch das Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre (Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M.) – ist um weitere Teilbereiche ergänzt worden. Neben der bereits verfügbaren Einheit zum Polizei- und Ordnungsrecht stehen seit dem 09.01.2023 auch Kommunal- und Baurecht sowie das gesamte Staatsorganisationsrecht zur Verfügung.

Die anschauliche und innovative Aufbereitung examensrelevanter Inhalte des Öffentlichen Rechts von “Jura mit System“ wurde im November 2022 bereits vom Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften für die „Hall of Fame zur digitalen Lehre“ prämiert und durch das Land Nordrhein-Westfalen mit dem "Fellowship für Innovativen in der digitalen Hochschullehre" gefördert.

Entlang digitaler Roadmaps werden interaktive Lernvideos zu allen relevanten Rechtsfragen des entsprechenden Fachgebiets angeboten. "Jura mit System" bietet dabei sowohl Aufzeichnungen, die die Studieninhalte abstrakt abhandeln, als auch solche, in denen eine konkrete Fallbearbeitung erfolgt. Das integrierte Karteikartentraining bietet zudem die Möglichkeit, den eigenen Lernfortschritt systematisch zu überprüfen und kann als Vorlage für die Erstellung eigener Karteikarten dienen. Im Glossar können außerdem einzelne Fragen nachgeschlagen und somit begriffliche Schwierigkeiten schnell aufgelöst werden. Ausgewählte Vertiefungshinweise geben den Studierenden weiterführende Literatur an die Hand.

Das Angebot steht allen Angehörigen der Universität zu Köln kostenfrei unter https://ukoeln.de/TH8PF in ILIAS zur Verfügung.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen zuvor eine Mitgliedschaft im Kurs "Digitale Lernhilfen für Jurastudierende" notwendig ist, dem Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät aber bereits standardmäßig angehören. Mit Rückfragen oder Feedback sprechen Sie uns gerne an: jura-mit-systemSpamProtectionuni-koeln.de

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Stern

Professor Klaus Stern verstarb am 05.01.2023.

Die Fakultät trauert um Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Stern, der am 5. Januar 2023 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Der gebürtige Franke Klaus Stern studierte Rechtswissenschaft in Nürnberg und München. In München wurde er promoviert und dort habilitierte er sich. 1966 folgte er einem Ruf nach Köln, nachdem er im Jahr 1962 schon mit 30 Jahren ordentlicher Professor an der Freien Universität Berlin geworden war. In Köln hatte er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Verwaltungslehre und Allgemeine Rechtslehre inne, zugleich war er Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre. Später leitete er zusätzlich das Institut für Rundfunkrecht. Von 1969 bis 1971 war er Dekan unserer Fakultät, von 1971 bis 1973 Rektor und von 1973 bis 1975 Prorektor der Universität zu Köln. Rufe an die Universitäten Göttingen, Kiel, Frankfurt/Main und München lehnte er ab. Von 1976 bis 2000 war er im Nebenamt Richter des Verfassungsgerichtshofs Nordrhein-Westfalen.

Klaus Stern galt zu Recht als einer der renommiertesten Rechtswissenschaftler Deutschlands. Sein zentrales Werk, das in 5 Bänden erschienene, 8500 Seiten umfassende „Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland“ hat das Bild mehrerer Juristengenerationen geprägt, und dies nicht nur in Deutschland. Ehrendoktorate in Polen, Brasilien, Italien und Japan zeugen von der internationalen Strahlkraft Klaus Sterns. Er war u.a. Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages (1972-84), der Enquête-Kommission Verfassungsreform des Deutschen Bundestages (1971-76), Erster Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (1978-80), Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1983-89), Berater der Bundesregierung im Prozess der Deutschen Wiedervereinigung (1989-1990), Mitglied der Parteien-Finanzierungskommission des Bundespräsidenten (1992-93), des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums der Finanzen (seit 1975), der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften (seit 1978) sowie Mitglied der vom Landtag NRW zu Fragen des Abgeordnetenrechts eingesetzten Kommission (2001-02). Für seine vielfältigen Verdienste um die Wissenschaft erhielt Klaus Stern viele Auszeichnungen. Er wurde u.a. mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und 1989 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem verlieh ihm der Bundespräsident der Republik Österreich das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Im Jahr 2000 erhielt er vom Land Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden.

Klaus Stern war vielseitig interessiert, und sein Interesse war unglaublich produktiv. Im Staatsrecht, im allgemeinen Verwaltungsrecht und Verwaltungsprozessrecht, im öffentlichen Wirtschaftsrecht, im Rundfunkrecht und im Kommunalrecht hat er mit zahlreichen brillanten und eindrucksvollen Publikationen Wegmarken gesetzt, die bis heute sichere Orientierung geben und noch lange nachwirken werden.

Wir nehmen Abschied von einem außergewöhnlichen Menschen, dessen wissenschaftliche Tatkraft und Leidenschaft für Recht und Politik uns stets ein Vorbild sein wird.

Gesprächsreihe Internationales Strafrecht

Themen waren illegaler Tier- und Pflanzenhandel sowie späte Schwangerschaftsabbrüche.

Dr. Renate Rosenberg, LL.M. (links)

  •  „Plantdaddies and Trophyhunters“

Im Rahmen der Gesprächsreihe „Internationales Strafrecht“ war am 15.12.2022 Professor Dr. Andreas Schloenhardt zu Gast. Er ist Professor für Strafrecht an der University of Queensland in Brisbane, Australien und Honorarprofessor für ausländisches und internationales Strafrecht an der Universität Wien. Sein Vortrag trug den Titel „Plantdaddies and Trophyhunters“ und befasste sich mit dem illegalen Tier- und Pflanzenhandel; einem seiner aktuellen Forschungsschwerpunkte.

Herr Professor Schloenhardt leitete seinen Vortrag mit einem allgemeinen Überblick über den illegalen Tier- und Pflanzenhandel, seine Eigenschaften und Auswirkungen ein. Es handelt sich um einen global vernetzten Markt, der schätzungsweise zwischen 5 und 20 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr generiert. Seine negativen Folgen sind ebenso vielfältig wie gravierend: Er trägt zum Artensterben und dem Rückgang der Biodiversität bei, geht mit Tierquälerei, Ressourcenerschöpfung und der Bildung von Zoonosen einher und wird häufig von Gewalt, Bedrohungen und Korruption begleitet.

Herr Professor Schloenhardt berichtete dann über bereits bestehende internationale Abkommen gegen den illegalen Tier- und Pflanzenhandel, insbesondere im Bereich des Umweltschutzes und der Handelsregulierung. Am bekanntesten ist das CITES-Abkommen, das den Import und Export von geschützten Arten reguliert. Wenngleich es die Vertragsstaaten grundsätzlich verpflichtet, den Handel mit vom Aussterben bedrohten Arten zu untersagen, so enthält das Abkommen doch zahlreiche Ausnahmen und Schutzlücken, die von Kriminellen ausgenutzt werden. Strafrechtliche Abkommen gibt es bis dato nicht.

Der letzte Teil des Vortrags drehte sich um die Frage, ob ein neues internationales Abkommen zur strafrechtlichen Regulierung des illegalen Tier- und Pflanzenhandels abgeschlossen werden sollte, das Kriminalisierungspflichten enthält und die Kooperation der Strafverfolgungsbehörden stärkt. Diese Idee wird seit einigen Jahren unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert. Herr Professor Schloenhardt stellte uns einige dieser Ansätze vor – der wohl populärste ist der Vorschlag der „Global Initiative to End Wildlife Crime“, der die Schaffung eines neuen Zusatzprotokolls zur United Nations Convention against Transnational Organised Crime (sog. Palermo-Konvention) vorsieht. Herr Professor Schloenhardt wies dabei auf die Vorteile eines solchen Zusatzprotokolls hin - insbesondere die erleichterte Umsetzbarkeit durch die Anbindung an die Palermo-Konvention und die Vereinheitlichung von Begrifflichkeiten und Strafvorschriften -, äußerte aber auch Bedenken: So wird die Kriminalisierung das Kernproblem - die hohe Nachfrage nach bedrohten Arten - nicht bekämpfen, zudem würde es durch die unterschiedliche Umsetzung in den Vertragsstaaten wieder zur Uneinheitlichkeit kommen, und schließlich mangelt es vielen Staaten am politischen Willen, das durchaus lukrative Geschäft mit bedrohten Tieren und Pflanzen konsequent zu unterbinden. Es wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob ein Konsens über ein strafrechtliches Abkommen gefunden werden kann und wenn ja, mit welchem Inhalt.

Im Anschluss an den Vortrag entstand eine lebhafte Diskussion über Sinnhaftigkeit, Umsetzbarkeit und Ausgestaltungsmöglichkeiten eines internationalen Abkommens, die bei Fingerfood und Getränken fortgesetzt wurde.

Bericht von Lena Wasser, Institut für ausländisches und internationales Strafrecht

 

  •  „Schwangerschaftsspätabbrüche – Ärztliches Handeln und rechtlicher Rahmen“

Am 29.11.2022 hielt Frau Dr. Renate Rosenberg, LL.M. einen Vortrag zu dem Thema „Schwangerschaftsspätabbrüche – Ärztliches Handeln und rechtlicher Rahmen“ in der Gesprächsreihe Internationales Strafrecht des Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht. Frau Dr. Rosenberg ist Fachärztin für Geburtsmedizin, spezielle Geburtshilfe und Perinatologie in Münster und absolvierte einen Masterstudiengang in Medizinrecht an der WWU Münster.

Nach einer kurzen Einführung durch Prof. Dr. Bettina Weißer skizzierte Frau Dr. Rosenberg zunächst die historische Entwicklung der Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und stellte den aktuellen rechtlichen Rahmen und die sich hieraus für Pränatalmediziner:innen ergebenden praktischen Probleme vor. Anknüpfungspunkte bildeten dabei die Entscheidung des Bundesgerichtshofes im „Berliner Zwillingsfall“ aus dem Jahre 2019 (BGHSt 65, 163) und die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Oldenburg im Falle des „Oldenburger Babys“ (NStZ 1999, 461). Eindrucksvoll schilderte Frau Dr. Rosenberg die besondere Situation in Fällen des Schwangerschaftsspätabbruchs bei Erkrankungen des Ungeborenen und die umstrittene Frage, ob dem Spätabbruch ein Fetozid vorausgehen oder eine Entbindung des Kindes mit anschließender palliativer Begleitung erfolgen sollte. Frau Dr. Rosenberg formulierte konkrete Vorschläge für eine praxistauglichere und damit rechtssichere Handhabe durch betroffene Ärzt:innen.

Im Rahmen der anschließenden Diskussion wurde Frau Dr. Rosenberg von Frau Dr. Cornelie Müller-Hofstede, Fachärztin für Humangenetik in Münster, und Herrn Prof. Dr. Alexander Scharf, Facharzt für Pränatalmedizin in Mainz, unterstützt. Neben Fragen zum „Berliner Zwillingsfall“ und dem des „Oldenburger Babys“ konnten auch einige medizinisch-praktische Fragen geklärt werden. Dann wurde besonders die Erwartungshaltung der Gesellschaft gegenüber der schwangeren Frau und ihre Perspektive in den Blick genommen. Schwerpunkt der Diskussion bildete die Frage, inwieweit das Strafrecht überhaupt das richtige Werkzeug für die Bewertung von Schwangerschafts(spät)abbrüchen darstellt. Im Hinblick auf die Fortschritte in der Humangenetik kam die Frage auf, ob Spätabbrüche durch bessere Diagnosemöglichkeiten womöglich künftig ganz verhindert werden könnten. Die lebhafte Diskussion entwickelte sich dabei immer mehr zu einem gegenseitigen Austausch, sodass auch juristische Fragestellungen der Mediziner:innen diskutiert wurden.

Bericht von Christine Untch, Institut für ausländisches und internationales Strafrecht

Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M.

Auszeichnung der Bundesfachschaft

Das Angebot "Jura mit System" des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre (Professor Dr. Markus Ogorek, LL.M.) ist durch die Bundesfachschaft ausgezeichnet worden. Der Dachverband der rechtswissenschaftlichen Fachschaften an den deutschen Universitäten hatte dazu aufgerufen, digitale Lehrformate zu nominieren. Eine studentische Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Bundesfachschaft, von ELSA Deutschland, LEX superior sowie recode.law hat diese Einreichungen gesichtet und schlussendlich vier Formate als besonders innovativ angesehen – darunter die Kölner Lernplattform. Mit "Jura mit System" habe Professor Ogorek ein System geschafft, das "besonders als Ergänzung und Verbesserung von universitären Repetitorien exzellent geeignet" sei, so die Jury. Eine feierliche Auszeichnung erfolgte am 25. November 2022 auf der Herbst-Zwischentagung der Bundesfachschaft in München.

Die Plattform "Jura mit System" bietet anhand einer digitalen Roadmap interaktive Lehrvideos zu allen relevanten Rechtsfragen des entsprechenden Fachgebiets. Das integrierte Karteikartentraining bietet zudem die Möglichkeit, den eigenen Lernfortschritt systematisch zu überprüfen. Im Glossar können außerdem einzelne Fragen nachgeschlagen und somit begriffliche Schwierigkeiten schnell aufgelöst werden. Studierenden soll damit ein in zeitlicher und räumlicher Hinsicht flexibles Lernen ermöglicht – und ganz allgemein die Studiensituation und Lernerfahrung verbessert werden. Aktuell ist "Jura mit System" im Bereich des Polizei- und Ordnungsrechts nutzbar, zum Jahresbeginn 2023 werden die übrigen Teile des Besonderen Verwaltungsrechts (Kommual- und Baurecht) komplettiert, ferner wird das Staatsorganisationsrecht freigeschaltet. Module zum Allgemeinen Verwaltungsrecht sowie zu den Grundrechten sind mittelfristig ebenfalls geplant. Perspektivisch soll die Plattform auch für Nichtangehörige der Universität zu Köln nutzbar sein.

Weitere Informationen finden Sie unter https://verwaltungslehre.uni-koeln.de/. "Jura mit System" kann kostenfrei über ILIAS aufgerufen werden: https://uni.koeln/CTFD6

13. Fakultätskarrieretag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Am 30.11.2022 konnten Studierende und Arbeitgeber wieder in Austausch treten.

Am 30.11.2022 veranstaltete die Rechtwissenschaftliche Fakultät ihren inzwischen 13. Fakultätskarrieretag und ermöglichte es so Studierenden und potenziellen Arbeitgebern, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Diesmal wurde noch einmal die planungssichere Variante einer digitalen Durchführung gewählt. Auch wenn ein persönliches Kennenlernen vor Ort angenehm ist, konnten durch diese Form des Fakultätskarrieretages  - ohne den großen Publikumsverkehr - persönlichere und intensivere Einzelgespräche zwischen Studierenden und Ausstellern geführt werden. Dabei konnten nicht nur erste Kontakte geknüpft und Praktikumsplätze oder studentische Nebentätigkeiten in Aussicht gestellt, sondern auch Einstiegsmöglichkeiten für eine wissenschaftliche Mitarbeit, eine Referendariats-Tätigkeit oder eine Beschäftigung als Jurist:in oder Volljurist:in aufgezeigt werden.

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch in diesem Jahr der Tag von Vorträgen der teilnehmenden Kanzleien, Unternehmen und Ministerien begleitet, welche für alle Interessierten zugänglich waren. Daneben hat auch die Rechtswissenschaftliche Fakultät mit den Vorträgen zur Promotion, zu den Wegen in die Wissenschaft und hinsichtlich einer anwaltlichen Tätigkeit berufliche Perspektiven beleuchtet. Die Einrichtungen der Fakultät bzw. Universität berichteten über Möglichkeiten für ein ehrenamtliches Engagement oder Weiterbildungen und standen für Fragen zu diesen zur Verfügung.

Die MYJOBFAIR GmbH und das Studien- und Karriereberatungszentrum der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, die die Messe gemeinsam organisiert haben, ziehen insgesamt eine positive Bilanz der digitalen Veranstaltung. Zudem lobten die Aussteller die hohe Qualität und gute Vorbereitung der Besucherinnen und Besucher.

Das Studien- und Karriereberatungszentrum freut sich über den gelungenen Tag und möchte sich ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Veranstaltung tatkräftig unterstützt haben! Mit Vorfreude blickt es auf den nächsten Fakultätskarrieretag, welcher hoffentlich wieder vor Ort angeboten werden kann.

Environmental Law Center

Exkursion und Seminar standen auf dem Programm

  • Exkursion AVG Köln

Am 15.11.2022 lud das Environmental Law Center sämtliche Interessierte zu einer Exkursion zur Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln ein. Eine Gruppe aus Rechtsanwält:innen, Doktoranden und Studierenden wurde von Herrn Tilo Dumuscheit, Leiter der Presseabteilung, durch die beeindruckende Müllverbrennungsanlage geführt. Begleitend erklärte Herr Dumuscheit die verschiedenen Funktionen der Anlage, sowie die zukünftigen Pläne zur Umsetzung nationaler und europäischer Richtlinien. Die Exkursionsteilnehmenden konnten einmalige Einblicke in die Prozesse um die Verwertung unserer alltäglichen Abfälle und Bewusstsein gewinnen und wie wichtig Abfallverwertung und Recycling in jeder Form für unsere Gesellschaft und Umwelt sind.

 

  • Biodiversity Law Seminar

Im Seminar zum Biodiversitätsrecht hat Gastprofessorin Shamita Kumar, Vizedirektorin des BVIEER (Bharati Vidyapeeth Institute of Environment Education and Research) Pune, Indien, eine internationale Expertin im Naturschutzrecht, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kirk W. Junker über die Erhaltung und den Schutz der Arten durch nationales und internationales Management mit dem Fokus auf internationale Konventionen und andere rechtliche Mittel referiert. Inhalt des Seminars waren insbesondere internationale Konventionen und ihre Effektivität, das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt, urbane Biodiversität, gentechnisch veränderte Organismen und das Recht der Schutzgebiete. Außerdem hielt Andrea Pauly, Associate Programme Officer von CMS, im Rahmen des Seminars einen Vortrag über Wasserlebewesen. Zusätzlich hatten die Teilnehmenden des Seminars die Möglichkeit, mit indischen Studierenden der Partneruniversität Bharati Vidyapeeth University, Pune, an Exkursionen teilzunehmen, zum Beispiel zum Nationalpark Wattenmeer oder auch an der anstehenden Exkursion zum Kanha-Nationalpark in Indien.