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Auszeichnung für ihren Einsatz in der Juristenausbildung

Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung, wurde dieses Jahr vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mit dem von Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am 31.05.2021 ausgehändigten Verdienstkreuz 1. Klasse wird ihr herausragender Einsatz für eine zukunftsgerichtete und tragfähige Weiterentwicklung der Juristenausbildung anerkannt und gewürdigt.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Frau Professor Dauner-Lieb für eine wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisorientierte universitäre Ausbildung, die den juristischen Nachwuchs für die Herausforderungen der Zukunft wappnet. Als Programmbeauftragte der Deutsch-Französischen Studiengänge Rechtswissenschaft der Universität zu Köln und der Paris I Phantéon-Sorbonne sowie Gründerin und langjährige Leiterin des Kompetenzzentrums für juristisches Lehren und Lernen und des Projekts „Recht Aktiv“ hat sie sich intensiv der juristischen Fachdidaktik gewidmet. Zusätzlich hat sie stets zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten zugunsten von Studierenden übernommen. Auch die Gleichstellung von weiblichen und männlichen Studierenden ist ihr ein Anliegen.

Für ihr Engagement und ihre innovativen Lehrkonzepte und Impulse wurde Frau Professor Dauner-Lieb bereits mehrfach, insbesondere 2019 mit dem nordrhein-westfälischen Lehrpreis, geehrt.

Die Fakultät gratuliert Frau Professor Dauner-Lieb herzlichst zu dieser verdienten Auszeichnung!

Auszeichnung vom Deutschen Baugerichtstag e.V.

Der Deutsche Baugerichtstag e.V. hat Herrn Dr. Julius Warda für seine Dissertation "Die Realisierbarkeit von Allianzverträgen im deutschen Vertragsrecht" den baurechtlichen Forschungspreis des Jahres 2021  verliehen. Die in der Kategorie "Rechtswissenschaftliche Veröffentlichung" ausgezeichnete Dissertation setzt sich erstmals in Deutschland anhand ausländischer Beispielverträge mit der Umsetzbarkeit kooperativer Mehrparteienverträge zwischen drei oder mehr Bauparteien im im deutschen Recht auseinander.

Um die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft zu fördern, veranstaltet der Verein alle zwei Jahre den Deutschen Baugerichtstag. In dessen Rahmen erfolgt die Verleihung des mit insgesamt 10.000 € dotierten Baurechtlichen Forschungspreis des Deutschen Baugerichtstags e.V. in den Kategorien "Rechtswissenschaftliche Veröffentlichung" und "Baubetriebliche / Immobilienwirtschaftliche Veröffentlichung".

Die Fakultät gratuliert Herrn Dr. Warda herzlich zu diesem Erfolg!

Landtag hat neue Spitze des obersten Gerichtshofes in NRW gewählt

Die Rechtsprofessorin Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb ist heute vom Landtag zur obersten Richterin des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt worden. Sie war gemeinsam von CDU, SPD, FDP und B90/Die Grünen im Landtag für das höchste Richteramt im Land vorgeschlagen worden. Dauner-Lieb erhielt am 19. Mai in geheimer Wahl 164 von 182 abgegebenen Stimmen und kam damit auf weit mehr als die notwendige Zweidrittel-Mehrheit. Als erste Hochschullehrerin bekleidet Sie nun das Präsidentenamt, das bislang nur mit Berufsrichtern besetzt wurde.

CDU-Landtagsfraktion Bodo Löttgen sagt: „Mit Frau Prof. Dauner-Lieb konnten wir eine ausgezeichnete Kandidatin für das höchste Richteramt im Land gewinnen, die mit Kenntnisreichtum überzeugt und zupackend mit großer Leidenschaft ihr Fach vertritt. Sie hat durch ihre berufliche Tätigkeit in der juristischen Lehre an der Universität zu Köln und ihre langjährige Erfahrung im Richteramt am Oberlandesgericht Köln und beim Verfassungsgerichtshof in Münster beste Voraussetzungen und Expertise für dieses Amt. Frau Prof. Dauner-Lieb ist im Hinblick auf Verbesserungen und Innovation in der juristischen Lehre als eine der aktivsten und sichtbarsten Rechtsprofessorinnen Deutschlands. Bereits seit 2006 ist die renommierte und profilierte Juristin Mitglied des Verfassungsgerichtshofs Nordrhein-Westfalen. Wir sind der Überzeugung, dass Prof. Dauner-Lieb bestens geeignet ist, die Präsidentschaft des höchsten Gerichts des Landes zu übernehmen.“

Frau Professor Dauner-Lieb, geboren 1955, war von 2002 bis 2007 Richterin im Nebenamt am Oberlandesgericht Köln im gesellschaftsrechtlichen Senat. Seit 2006 ist sie gewähltes Mitglied am Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen und wurde zuletzt am 13. Juni 2018 wiedergewählt. Sie verfügt zudem über schiedsrichterliche Erfahrung auf dem Gebiet des Wirtschaftsrechts. Als Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung und insbesondere als herausragende Dozentin hat sich Frau Professor Dauner-Lieb einen Namen gemacht. Mehrfach ist sie mit Lehrpreisen, zuletzt 2020, ausgezeichnet worden. Im Kollegenkreis ist sie hochgeschätzt. Besonders engagiert hat sie sich als Programmbeauftragte der Deutsch-Französischen Studiengänge.    

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät gratuliert Frau Professor Dauner-Lieb herzlichst zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe!

 

Zwei Beispiele aus unserer Fakultät

Eine neue Webseite der Universität zeigt best-practice-Beispiele, mit denen Lehrende und Studierende der Universität zu Köln auf die didaktischen Herausforderungen der Online-Semester reagiert haben.

Die digitale Lehre ist aus der Universität zu Köln nicht mehr wegzudenken. Sie ist essentielles und notwendiges Konzept für Hochschulen des 21. Jahrhunderts und wird den universitären Alltag auch nach der Corona-Zeit prägen. „Vieles, was wir in den vergangenen Semestern erprobt haben, werden wir auch künftig in die Gestaltung des Lernens, Lehrens und Studierens einfließen lassen“, sagt Professorin Beatrix Busse, Prorektorin für Lehre und Studium an der Universität zu Köln (UzK). Die UzK hat dazu in einem digitalen Showroom multimediale Beispiele aus allen Bereichen zusammengestellt, in denen digitale Lehre kreativ umgesetzt und neue, innovative Formate entwickelt und erprobt wurde.

Der Showroom bietet Einblicke in Lehrveranstaltungen der vergangenen Semester und zeigt, mit welchen didaktischen Möglichkeiten Lehrende und Studierende erfolgreich auf die Herausforderung der Online-Semester reagiert haben und wie diese innovativen Lehrformate entstanden sind. Zu hören, lesen und sehen sind Beispiele wie Studierende, aber auch Lehrende und Tutor:innen die digitalen Semester erlebt haben, vor welchen Herausforderungen sie standen, wie sie diese gelöst haben und manchmal, was sie im Nachhinein anders machen würden. Dabei geht es beispielsweise um spannende Themen wie „Auch ohne Campus-Präsenz möglichst nahbar sein“, „Mit einem Kung-Fu-Meister Physik lernen“ oder um „Individuelles Lernen in einer Großveranstaltung mit extrem diversen Vorkenntnissen“.

Die digitalen Formate werden kontinuierlich durch die Erfahrungen der Studierenden und Lehrenden weiterentwickelt, um die Studierenden bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Link: https://story.uni-koeln.de/good-practice-digitale-lehre/

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Magdalena Spaude
Projektkoordinatorin Netzwerk ORCA.nrw
Prorektorat für Lehre und Studium
Prof. Dr. Beatrix Busse
E-Mail: magdalena.spaudeuni-koeln.de

Franziska Eickhoff
Persönliche Referentin der Prorektorin für Lehre und Studium
Prof. Dr. Beatrix Busse
E-Mail: franziska.eickhoffuni-koeln.de

Internationalisierung soll in Verbindung mit Digitalisierung der Universität vorangetrieben werden

Die Hochschulversammlung der Universität zu Köln hat Professorin Dr. Johanna Hey zur neuen Prorektorin für Internationales gewählt. Die Rechtswissenschaftlerin hat das Amt mit einer gewählten Amtszeit von 6 Jahren zum 26.04.2021 übernommen.

„Die Universität zu Köln ist international bestens vernetzt. Von besonderer Bedeutung sind Mitgliedschaften im Coimbra-Netzwerk und in EUniwell, ebenso wie die Vernetzung durch die Global South Studies. Ich freue mich darauf, die Internationalisierungsstrategie im Interesse von Studierenden und Forschenden konsequent weiterzuführen“, sagt Johanna Hey. „Mit den Erfahrungen des Pandemiejahres wird es dabei auch um eine Verbindung mit der Digitalisierungsstrategie der Universität gehen. Genauso wichtig bleiben aber Auslandserfahrungen und die Internationalisierung des Campus, mit dem Studierendenaustausch einerseits, der International Faculty andererseits.“

Professorin Dr. Hey ist Direktorin des Instituts für Steuerrecht an der Universität zu Köln. Von 2004 bis 2012 war sie Präsidiumsmitglied und 1. Vizepräsidentin des Deutschen Hochschulverbands. Seit 2006 gehört sie dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums der Finanzen an. Seit 2012 ist sie Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentags. Sie ist Trägerin des Hans Kelsen-Preises 2015 der Universität zu Köln. Seit 2020 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, dort von 2011 bis 2016 Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats. Von 2011 bis 2020 war Professorin Dr. Hey Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). 2020 wurde sie in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen.

Das Rektorat leitet die Universität. Es besteht aus dem Rektor, dem Kanzler und nun fünf Prorektorinnen und Prorektoren. Die Rektoratsmitglieder werden durch die Hochschulwahlversammlung gewählt.


Pressesprecher:
Dr. Patrick Honecker
+49 221 470-2202
p.honecker@verw.uni-koeln.de

Kölner IPR-Team erreicht zum zweiten Mal in Folge das Finale des PAX Moot 2021

Seit zwei Jahren nehmen Kölner studentische Teams an dem PAX Moot 2021 Wettbewerb teil. Wie im letzten Jahr hat ein am Institut für internationales und ausländisches Privatrecht der Universität zu Köln betreutes studentisches Team das Finale des Pax Moot Courts erreicht. Es konnte im dreitägigen PAX Moot 2021 (21. – 23.4.2021) den zweiten Platz erringen. Damit folgte auf den ersten Platz im letztjährigen Wettbewerb erneut ein großer Erfolg. Der seit 2012 veranstaltete Wettbewerb wird von den Universitäten Antwerpen und Sciences Po in Paris organisiert und von den Universitäten ESADE in Barcelona, Ljubljana, Maastricht, Paris Dauphine, Sofia, dem Asser Institute in Den Haag sowie der Europäischen Kommission unterstützt. Er ist als einziger Wettbewerb dieser Art dezidiert dem europäischen internationalen Privatrecht gewidmet.

Im Finale der wie im vergangenen Jahr komplett digital durchgeführten neunten Auflage des PAX Moot, an welchem 23 Teams aus 15 verschiedenen Staaten teilnahmen, traf das Kölner Team auf das Team der Singapore Management University. Es kam damit zu einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden Finalisten des letzten Jahres. In diesem Jahr bildeten Max Bohn, Franziska Lesch, Oskar Matzpreiksch und Julian Tillmann das Kölner Team, das dieses Mal von Wiss. Mit. Robin Kuhl betreut worden war.

Die fast zweistündige Verhandlung wurde vor einer herausragend besetzten Jury aus Prof. Dr. Ralf Michaels (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg), Karen Vandekerckhove (Europäische Kommission) und Prof. Louise Ellen Teitz (Roger Williams University School of Law, Rhode Island) ausgetragen. Die Singapore Management University konnte sich in einem engen Finale gegen das Kölner Team durchsetzen.

Bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb konnte das Kölner Team in Probeverhandlungen vor Jurys bestehend aus RA Patrick Gerardy, RA Dr. Johannes Natus und RA Dr. Harry Nettlau (alle Cleary Gottlieb) sowie den Habilitanden des Instituts (Dr. Tobias Lutzi und Dr. Lukas Rademacher) hilfreiche Erfahrungen sammeln.

Weitere Details finden Sie unter https://ipr.uni-koeln.de/institut/aktuelles/koelner-ipr-team-erreicht-zum-zweiten-mal-in-folge-das-finale-des-pax-moot-2021#news9328.

 

Der letzte lebende Ankläger der Nürnberger Prozesse erhält die Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Benjamin Ferencz, Professor für Internationales Recht an der Pace University (New York), hat die Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln erhalten. Aus diesem Anlass fand gestern am 11. Februar eine Feierstunde statt, in der das Leben und die Arbeit des renommierten Praktikers und Wissenschaftlers des Völkerrechts gewürdigt wurden.

Professor Ferencz war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ermittler von Nazi-Kriegsverbrechen und diente als Chefankläger der US-Armee im Einsatzgruppen-Prozess. Später gehörte er zu jenen Wissenschaftlern, die entscheidend zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs beigetragen haben.

Der Rektor der Universität, Professor Dr. Axel Freimuth, nahm an der digitalen Zeremonie zu Ehren von Benjamin Ferencz teil. Auf der Liste der Ehrengäste standen unter anderem Donald Ferencz, der Sohn von Benjamin Ferencz, Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Peter Frank, der Generalbundesanwalt der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Joachim Bertele, der Beauftragte für Fragen des allgemeinen und besonderen Völkerrechts im Auswärtigen Amt, und Klaus Rackwitz, der Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien. Rektor Freimuth, stellte in seiner Ansprache fest, „dass es eine große Ehre für unsere Universität ist, dass Sie es akzeptiert haben, unser Ehrendoktor zu sein, einer von uns zu sein.“ Er sagte ferner, dass es Ferencz in einer Zeit des Hasses und des Todes gelungen sei, den Weg nach vorne zu zeigen, den Weg, der aus der Hölle herausführt und hilft, neu zu beginnen. „Sie haben uns allen erklärt, was es bedeutet, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und Gerechtigkeit für die Zukunft zu suchen.“ Freimuth betonte die Bedeutung der internationalen Beziehungen für die Universität und die enge Verbindung zu Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen weltweit. „Die Ehrendoktorwürde ist das Symbol für diese enge akademische Freundschaft.“

Professor Dr. Ulrich Preis, der Dekan der Fakultät, betonte, dass der Name „Benjamin Ferencz“ Grund genug für die Verleihung der Ehrendoktorwürde sei: „Dr. Ferencz‘ fast lebenslanger Beitrag zur internationalen Justiz kann nur als herausragend bezeichnet werden“, sagte er. „Mit der Ehrung verbinden wir die Hoffnung, dass Dr. Ferencz‘ Nürnberger Engagement und das Vermächtnis seiner nachfolgenden Arbeit, die auf der großen Idee von Nürnberg aufbaut, auch langfristig Bestand haben werden.“

Preis schloss: „Für unsere Fakultät ist die Aufnahme von Dr. Ferencz in das erlesene Kollegium ihrer Ehrendoktoren ein wertvoller und nachhaltiger Ansporn, auch weiterhin unseren wissenschaftlichen Beitrag zur Unterstützung von Dr. Ferencz‘ großer Vision der internationalen Gerechtigkeit zu leisten.“

Der Kölner Straf- und Völkerrechtler Professor Dr. Claus Kreß erinnerte an die traurige Tatsache, dass die Nazis Professor Hans Kelsen wegen seiner jüdischen Herkunft aus der Universität Köln vertrieben. Kelsen, der Rechtstheoretiker, Verfassungsrechtler und Völkerrechtler von Weltruf, sollte später der US-Regierung bei der Ausarbeitung der Londoner Charta helfen, die zur Rechtsgrundlage für den Nürnberger Prozess wurde. Kreß wies auch darauf hin, dass Professor Hermann Jahrreiß, der Nachfolger von Professor Hans Kelsen in Köln, einer der Verteidiger bei den Nürnberger Prozessen war und später Rektor der Universität zu Köln wurde.

„Die Frage ist, ob das Wirken von Professor Jahrreiß als Rektor der Universität Köln die letzte sichtbare große Verbindung Kölns zu Nürnberg bleiben soll. Wir glauben, dass dies nicht der Fall sein sollte“, sagte Kreß.

In seiner Laudatio erinnerte Professor Dr. Stephan Hobe, Inhaber des Lehrstuhls für Völkerrecht, Europarecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht an Benjamin Ferencz‘ Karriere als Anwalt für die USA, zunächst als Mitglied des Nürnberger Anklageteams von Telford Taylor, dann als Chefankläger im sogenannten „Einsatzgruppen-Fall“, in dem alle 22 Angeklagten verurteilt wurden. Ab den 1970er Jahren arbeitete er an der Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs. Dieser wurde 1998 mit der Verabschiedung des Römischen Statuts für den Internationalen Strafgerichtshof Realität.

Hobe bezeichnete die Leistung von Ferencz‘ Arbeit als Paradigmenwechsel in der internationalen Politik und im Völkerrecht: dass Aggression, nachdem sie jahrhundertelang den normalen Verlauf der internationalen Politik bestimmt habe, nun strafbar sei.

Hobe schloss: „Ich darf abschließend wiederholen, dass die Kölner Rechtswissenschaftliche Fakultät der Meinung ist, dass das lebenslange Engagement von Herrn Benjamin Ferencz für die internationale Justiz ein großartiges Beispiel ist. Ihre Vita ist ein langes Leben im Dienste der internationalen Justiz. Dies ist der Grund, warum wir so demütig sind und uns alle in Anerkennung Ihrer Persönlichkeit und Ihrer enormen beruflichen Leistungen verneigen. Wir sind sehr dankbar, dass Sie unser kleines Zeichen der Wertschätzung angenommen haben.“

Professor Dr. Benjamin Ferencz, der das 100. Lebensjahr vollendet hat, begrüßte das Publikum in einer vorab aufgezeichneten Botschaft. Donald Ferencz, selbst Jurist, vertrat seinen Vater während der Zeremonie und richtete seine Worte der Anerkennung an das Publikum. Benjamin Ferencz sagte:

„Wir sind heute Nachmittag auf ergreifende Weise an einen wichtigen Übergang erinnert worden – sowohl für die Universität Köln selbst als auch für Deutschland als Nation – von den sehr dunklen Tagen der Diskriminierung und Verfolgung zu wesentlich helleren Tagen der Wahrnehmung einer führenden Rolle bei der Förderung der Herrschaft des Rechts.“

„Die Ehrendoktorwürde aus den Händen derjenigen zu erhalten, die für die Ausbildung der nächsten Generation von Fackelträgern verantwortlich sind, ist eine große Genugtuung.“