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Aktuelles

Solidarität mit der Ukraine

Die Universität zu Köln ist zutiefst erschüttert über den Angriff Russlands auf die Ukraine. Wir sind in großer Sorge um das Leben der Menschen in der Ukraine. Frieden, Demokratie sowie die Freiheit von Forschung und Lehre sind Grundlage unseres wissenschaftlichen Handelns. Die Universität zu Köln ist ein Wissenschaftsstandort des internationalen Austauschs von Menschen vieler Nationen.

Unsere Solidarität gilt der gesamten ukrainischen Bevölkerung, unseren Kooperationspartner:innen, den Wissenschaftler:innen, Studierenden und Freund:innen in und aus der Ukraine. In Gedanken sind wir bei allen, die von diesem Krieg getroffen sind. Wir werden ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten beistehen.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät teilt die Einschätzung des Institute of International Law zur Völkerrechtswidrigkeit des bewaffneten Angriffs der Russischen Föderation gegen die Ukraine. In der festen Überzeugung, dass Frieden und die Einhaltung des geltenden Völkerrechts Grundlage und unabdingbare Voraussetzungen für die prosperierende Zusammenarbeit aller Staaten ist, ruft sie mit Nachdruck dazu auf, die kriegerischen Handlungen umgehend einzustellen.

Wir sehen es in der aktuellen Situation als unvertretbar an, weiter mit staatlichen Einrichtungen Russlands zu kooperieren. Daher sind wir bedauerlicherweise einstweilen gezwungen, die Beziehungen zu russischen Wissenschaftsinstitutionen und Forschungseinrichtungen auszusetzen, um ein entschiedenes Signal des Widerspruchs gegen die russische Aggression zu senden. 

Wohl wissend, dass es sich bei der Entscheidung für den Einmarsch nicht um eine Entscheidung der russischen Bevölkerung handelt, gilt unser besonderer Respekt den Menschen in Russland, die sich trotz der Möglichkeit erheblicher persönlicher Konsequenzen gegen diesen Krieg wenden. So bewundern wir den Mut unserer russischen Kolleginnen und Kollegen, die auf Initiative von Mitgliedern der Russischen Akademie der Wissenschaften in einem Offenen Brief zum Frieden aufrufen. Wir als Fakultät schließen uns der Überzeugung der Universität an, dass dieser Protest die Grundlage für ein gemeinschaftliches wissenschaftliches Ethos und künftige Kooperationen bilden kann.

Zusätzlich zu den Unterstützungsangeboten an der Universität zu Köln für Betroffene hat die Kölner Universitätsstiftung ein Spendenkonto eingerichtet und bittet um Spenden, die geflüchteten Studierenden und Wissenschaftler:innen zugutekommen.

Die Fakultätsmitglieder Frau Prof.'in Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger M.A. und Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß, LL.M. (Cambridge) haben in Presse und Rundfunk wiederholt Stellung zum aktuellen Geschehen bezogen und dieses rechtlich wie gesellschaftlich-historisch eingeordnet. Eine Übersicht der Beiträge finden Sie unter https://jura.uni-koeln.de/aktuelles/aktuelle-meldungen#news10715.

Professor Kreß und Professorin Nußberger

Stellungnahmen zur Ukraine-Krise

Am 24. Februar 2022 haben russische Streitkräfte einen militärischen Angriff auf die Ukraine begonnen. Sie marschierten von mehreren Seiten in das Land ein und drangen unter anderem bis zur Hauptstadt Kiew vor. Dort, wie in vielen anderen Landesteilen, finden zurzeit schwere Gefechte statt. Russland soll ein zivil genutztes Atomkraftwerk unter seine Kontrolle gebracht haben. Trotz mehrfacher Verhandlungen ist ein Ende des Konflikts nicht absehbar.

Der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim A.A. Khan, hat inzwischen Ermittlungen gegen Russland wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen.

Die Fakultätsmitglieder Frau Prof.'in Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger M.A. und Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß, LL.M. (Cambridge) haben in Presse und Rundfunk wiederholt Stellung zum aktuellen Geschehen bezogen und dieses rechtlich wie gesellschaftlich-historisch eingeordnet.

 

Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß, LL.M. (Cambridge)

Herr Professor Claus Kreß, Direktor des Instituts für Friedenssicherungsrecht und „Special Adviser“ für das Verbrechen der Aggression des IStGH-Anklägers, beleuchtet in seinen Presseauftritten unter anderem die eingeleiteten Verfahren vor internationalen Gerichten bezüglich des Ukrainekriegs, Fragen zum Verbrechen der Aggression und zum völkerrechtlichen Gewaltverbot, sowie die Auswirkungen des Konflikts auf die Völkerrechtsordnung.

- Mitverfasste Stellungnahme gegen den völkerrechtswidrigen russischen Gewalteinsatz:
https://www.justsecurity.org/80454/statement-by-members-of-the-international-law-association-committee-on-the-use-of-force/

- Interview mit Friedbert Meurer, Deutschlandfunk:
https://www.deutschlandfunk.de/interview-claus-kress-voelkerrechtler-zu-kriegsverbrechen-dlf-e786f863-100.html

- Interview mit Joachim Frank, Kölner Stadtanzeiger:
https://www.ksta.de/politik/voelkerrechtler-zum-ukraine-krieg-putin-koennte-in-den-haag-landen-39517432

- Interview mit Corinna Budras u.a., F.A.Z. Einspruch- Podcast:
https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-einspruch-podcast-kriegsverbrechen-in-der-ukraine-17865308.html#void

- Interview mit Annelie Kaufmann, LTO:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ukraine-krieg-voelkerrecht-egmt-igh-istgh-aggression-claus-kre-interview/

- Beitrag bei LTO:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/internationaler-gerichtshof-igh-vorlaeufige-massnahmen-ukraine-russland-krieg-voelkermord-genozid-konvention/

- Interview mit Michael Köhler, Deutschlandfunk:
https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_DLF_6f5da252/

- Beitrag in der F.A.Z.:
https://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/ukrainekrieg-wird-das-gewaltverbot-gestaerkt-17903820.html

- Rechtsgespräch in der ZRP:
https://beck-online.beck.de/Bcid/Y-300-Z-ZRP-B-2022-S-94-N-1

 

Professorin Dr. Dr. h.c. Dr. h.c Angelika Nußberger M.A.

Zur Situation in der Ukraine hat auch die Kölner Völkerrechtlerin Frau Professorin Angelika Nußberger, Spezialistin für osteuropäisches Recht und Slawistin, in der Presse Stellung bezogen. Die Einschätzungen der Direktorin der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz und ehemaligen Vizepräsidentin des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte reflektieren die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte und zeigen die Auswirkungen des Konflikts auf die Friedensarchitektur in Europa und der Welt auf. Weiterhin beschreibt sie Möglichkeiten internationaler Gerichte und Institutionen wie dem Europarat, dem Krieg des russischen Präsidenten Einhalt zu gebieten.

- Interview mit Reinhardt Müller, F.A.Z. Einspruch-Podcast:
https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-einspruch-podcast/krieg-in-der-ukraine-muss-putin-vor-den-strafgerichtshof-17835227.html

- Interview mit Wolfgang Janisch, Süddeutsche Zeitung:
https://www.sueddeutsche.de/politik/russland-menschenrechte-europa-europarat-1.5538842?reduced=true

- Beitrag bei F.A.Z.-Einspruch:
https://www.faz.net/einspruch/europas-werte-17830766.html

- Interview mit Frank Meyer, rbb Kultur:
https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/03/10/031073a9-684e-447f-b404-e661c8c083f5/53d760a3-5e40-4690-a5d2-1d370b12146b_c78c3d4a-0fc5-4fa0-bd49-aabe5c3b8ef9.mp3 (ab Minute 49:00)

- Interview mit Elif Şenel, WDR 5:
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-freiflaeche/audio-was-koennen-gerichte-gegen-putin-ausrichten-100.html.

- Beitrag in der F.A.Z.:
https://zeitung.faz.net/faz/politik/2022-03-10/von-gorbatschow-zu-orwell/734217.html)

- Russischsprachiges Interview mit Roman Goncharenko, Deutsche Welle:
https://www.dw.com/ru/vojna-rossii-protiv-ukrainy-realna-li-ugroza-tretej-mirovoj/a-61079107

 

Professor Ogorek und Dilan Kilagöz erfolgreich bei "SHK-Stellen der 1. Generation"

Studierenden, die als erste ihrer Familie eine Hochschule besuchen, durch die frühzeitige Anbindung an einen Lehrstuhl den Zugang zur Forschung zu erleichtern und ihre Motivation für eine Karriere in der Wissenschaft zu stärken, ist erklärtes Ziel der Universität zu Köln. Das Prorektorat für akademische Karriere und Chancengerechtigkeit hat daher das Programm „SHK-Stellen für Studierende der 1. Generation“ geschaffen, mit dem jedes Jahr talentierte Studierende durch eine Beschäftigung an der Universität ideell wie monetär gefördert werden.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät gratuliert Institutsdirektor Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M. und Frau stud. iur. Dilan Kilagöz herzlich, deren Tandem-Bewerbung erfolgreich war. Dilan Kilagöz wird daher ab dem Beginn des Sommersemesters 2022 am Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre erste Forschungserfahrungen sammeln und das Team wissenschaftlich wie organisatorisch unterstützen.

Prof. Dr. Markus Ogorek: „Ich freue mich sehr für Frau Kilagöz, die mir bereits in meinen Lehrveranstaltungen mit ihrem besonderen Engagement und ihrer Leidenschaft für die Rechtswissenschaften aufgefallen war. Aus eigenen Erfahrungen als erster Hochschulabsolvent meiner Familie weiß ich, wie verloren man in einer großen Universität bisweilen sein kann. Der durch die Förderlinie ermöglichte frühzeitige Kontakt mit Forscherinnen und Forschern ist daher eine großartige Chance.“

Dilan Kilagöz ergänzt: „Über die einmalige Gelegenheit, die mir durch das zuständige Prorektorat und das Institutsteam eröffnet wird, bin ich sehr glücklich! Der Zugang in die akademische Welt ist für mich nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern bestärkt mich auch in meinen beruflichen Zielen. Zu wissen, dass die Universität zu Köln durch das Programm für Studierende der 1. Generation in mich investiert, macht unglaublich Freude und gibt mir Mut für das Weiterkommen auf dem nicht immer einfachen Weg zum Staatsexamen.

Nachruf auf Professor Dr. iur. Michael Sachs

Professor Dr. iur. Michael Sachs verstarb am 10. Februar 2022.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln trauert um Professor Dr. iur. Michael Sachs (12.06.1951 – 10.02.2022).

Michael Sachs war nach Professuren in Augsburg, Potsdam und Düsseldorf im Jahr 2001 an die Universität zu Köln zurückgekehrt. Dort hatte er sich 1985 habilitiert. In Köln hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2020 den Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht inne, zugleich war er Mitdirektor des Instituts für Deutsches und Europäisches Wissenschaftsrecht. Mehrere Jahre war er ein allseits geschätzter Dekan seiner Fakultät.

Als Staats- und Verwaltungsrechtler hat Michael Sachs höchstes Ansehen genossen. Mit zahlreichen Publikationen, darunter der seinen Namen tragende Standardkommentar zum Grundgesetz, hat er Wesentliches zur wissenschaftlichen Klärung grundlegender Fragen der deutschen Verfassungsordnung beigetragen. Die Verwaltungsrechtswissenschaft verdankt ihm viele bedeutende, noch lange nachwirkende Impulse. Auf dem Feld des Wissenschaftsrechts gehörte er zu den wenigen Spezialisten, die sich dieser komplexen Materie annehmen und sie prägen.

Sein großes Engagement für die Wissenschaft und seine warmherzige Kollegialität werden wir schmerzlich vermissen.

„In Honour of Benjamin B. Ferencz“

Neuer Band dokumentiert die Verleihung der Ehrendoktorwürde in Köln

Seinem Titel gerecht werdend dokumentiert der von Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß, LL.M., Direktor des Instituts für Friedenssicherungsrecht, gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen Tabasom Djourabi-Asadabadi und Anthea Forsen herausgegebene Band „In Honour of Benjamin B. Ferencz“ den Festakt der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln an Professor Dr. Dr. h.c. Benjamin B. Ferencz.

Im Februar vergangenen Jahres wurde der renommierte Jurist und letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse für sein außerordentliches Wirken sowie seine wissenschaftlichen und menschlichen Verdienste im Rahmen einer digitalen Feierstunde geehrt. Benjamin B. Ferencz war nach dem Zweiten Weltkrieg Ermittler von Nazi-Kriegsverbrechen und diente als Chefankläger der US-Armee im Einsatzgruppen-Prozess. Später gehörte er zu jenen Wissenschaftlern, die entscheidend zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs beigetragen haben. Mit dem - im Einzelnen unterschiedlichen bis gegensätzlichen - Wirken ihrer ehemaligen Mitglieder Hans Kelsen, Hermann Jahrreiß und Carl Schmitt ist die Geschichte der Kölner Rechtswissenschaftlichen Fakultät in besonderer Weise mit „Nürnberg“ verbunden und weist insoweit in ihrer Geschichte einen Berührungspunkt mit Ferencz’ Lebensweg auf.

Die anlässlich des Festakts gehaltenen Reden und Benjamin B. Ferencz' eigene Worte, die er durch seinen Sohn, Donald Ferencz, sowie in Form einer Videobotschaft, übermittelte, „festzuschreiben“ und mit diesem Band zu veröffentlichen, soll der Ehrung besonderen Ausdruck verleihen und die Erinnerung an einen für die Universität zu Köln bedeutsamen Tag stärken.

Der bebilderte Band enthält weitere ausgewählte Beitrage, darunter einen Brief der Fachschaft Jura der Universität zu Köln an Benjamin B. Ferencz und den Wiederabdruck eines Rückblicks des Geehrten auf sein Leben und Wirken. Der Band schließt mit einer Auflistung von Werken, die von und über Benjamin B. Ferencz verfasst wurden.

„In Honour of Benjamin B. Ferencz“ ist im Februar 2022 in der Schriftenreihe „Kölner Schriften zum Friedenssicherungsrecht“, herausgegeben von Professor Dr. Claus Kreß, beim Nomos-Verlag erschienen. Weitere Informationen zur Reihe "Kölner Schriften zum Friedenssicherungsrecht" finden Sie unter https://iipsl.jura.uni-koeln.de/publikationen/schriftenreihe. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an sekretariat-kressSpamProtectionuni-koeln.de.

Kölner Gespräche zu Recht und Staat

Professor Markus Ogorek im Gespräch mit Thomas Kutschaty, MdL

Am Freitag, dem 11. Februar 2022, begrüßte Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M. den SPD-Oppositionsführer im nordrhein-westfälischen Landtag und früheren NRW-Justizminister Thomas Kutschaty zu einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der „Kölner Gespräche zu Recht und Staat“. In seinem Impulsreferat kam Kutschaty ausführlich auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu sprechen. Er unterstrich, wie schwierig es für alle politischen Akteure sei, den legitimen Freiheitsinteressen der Bürgerinnen und Bürger und den Erfordernissen des Infektionsschutzes gleichermaßen Rechnung zu tragen. „Wenn hier Fehler gemacht wurden“, so Kutschaty, „dann habe ich dafür Verständnis“.

Kutschaty hielt in diesem Kontext ein Plädoyer für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, die seiner Meinung nach mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen des Verhältnismäßigkeitsprinzips in Einklang gebracht werden könne. Anhaltspunkte dafür, dass auch eine allgemeine Impfpflicht der Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhalten könne, ergäben sich aus dem aktuellen Eilbeschluss zur Zulässigkeit einrichtungsbezogener Impfpflichten. Zwar seien viele rechtliche Fragen noch nicht abschließend geklärt, mit dem Wissen von heute dürfte aber an einer Impfpflicht kein Weg vorbeiführen. Auch wenn sich im Hinblick auf die allgemeine Impfpflicht noch weitere Fragen stellten, rufe die Entscheidung der Karlsruher Richter in Erinnerung, dass bei der Bekämpfung der Pandemie die gesamte Gesellschaft gefordert sei. Klare Worte fand Kutschaty auf die Frage nach den Äußerungen des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der hinsichtlich der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht „größzügigste Übergangsregelungen“ in Aussicht gestellt und ein faktisches Aussetzen des Vollzugs angedeutet hatte. Die Bundesländer seien zur unbedingten Umsetzung der von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes verpflichtet – dies gelte auch für den Freistaat Bayern.

Einen weiterer Themenschwerpunkt von Kutschaty war das unlängst in Kraft getretene Versammlungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Dem Gesetz liege die unausgesprochene Vorstellung zugrunde, dass es sich bei Versammlungen zuvörderst um Gefahrenquellen handele, die es einzuhegen gelte. So erkläre sich, dass die Landesregierung die besondere Bedeutung der Versammlungsfreiheit aus dem Blick verloren habe. Die strengen Regelungen des Gesetzes verhinderten ein flexibles und deeskalierendes Handeln der Polizei und könnten einer Kooperation mit den Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern im Einzelfall sogar entgegenstehen. Professor Ogorek ging an dieser Stelle unter anderem auf das sog. Militanzverbot ein. Kutschaty pflichtete ihm bei, dass die nun als „Gewalt- und Einschüchterungsverbot“ bezeichnete Regelung trotz der seitens der Landesregierung vorgenommenen Überarbeitung insgesamt sehr weit gefasst sei. Angesichts des Wortlauts der gesetzlichen Bestimmung könnten auch Fußballtrikots unter das Verbot fallen, obwohl dies niemand wolle. Auf Nachfrage von Professor Ogorek beleuchtete Kutschaty schließlich den von der SPD-Fraktion vorgelegten Entwurf eines Versammlungsfreiheitsgesetzes.

Im Rahmen der sich hieran anschließenden offenen Fragerunde wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Themen angesprochen. So gingen z.B. einige Fragestellerinnen und Fragesteller auf die Pläne Kutschatys ein, Gesetzesentwürfe einem „Kinder- und Jugendcheck“ zu unterziehen. Kutschaty verwies darauf, dass die Belange junger Menschen in der Gesetzgebung allzu oft unberücksichtigt blieben. Die Politik sei deshalb aufgerufen, den berechtigten Interessen junger Menschen größere Aufmerksamkeit zu schenken und Kindern- und Jugendlichen eine Partizipation auf Augenhöhe zu ermöglichen. Andere Fragen drehten sich um die Situation Nordrhein-Westfalens als „Bildungsland“. Kutschaty hob hervor, dass Bildungsgerechtigkeit für ihn ein zentrales Anliegen sei. Unterrichtsausfall müsse noch stärker als bisher bekämpft und die personelle und sachliche Ausstattung von Schulen spürbar verbessert werden. Schließlich nahmen viele Fragesteller kritisch zur Corona-Situation sowie zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht Stellung.

Weitere Informationen und Termine zur Reihe „Kölner Gespräche zu Recht und Staat“ werden unter https://koelner-gespraeche.uni-koeln.de/. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an koelner-gespraecheSpamProtectionuni-koeln.de.

Das Wintersemester 2021/22 bleibt bei der Berechnung der Freiversuchsfrist unberücksichtigt

Für alle Studierenden im Fach „Rechtswissenschaft mit Abschluss erste Prüfung“ bleibt auch das Wintersemester 2021/22 bei der Berechnung der Freiversuchsfrist gemäß § 25 Absatz 1 Satz 1 Juristenausbildungsgesetz NRW (JAG NRW) grundsätzlich unberücksichtigt. Das gilt auch für die Anmeldung zur Abschichtung gemäß § 12 Abs.1 und 2 JAG NRW.

Allerdings darf in der Summe aller nicht zu berücksichtigenden Semester nicht die in § 25 Absatz 5 JAG NRW genannte Höchstfrist von vier Semestern überschritten werden.

Verbindliche Informationen erhalten Sie unter https://www.olg-koeln.nrw.de/aufgaben/justizpruefungsamt/002_aktuelles/0002_zw_dokumente/004_hinweis-auf-Nichtberuecksichtigung-WS-2021-2022.pdf

AStA-Notebookverleih

Um Sie bestmöglich bei dem digitalen Studium sowie den anstehenden Prüfungen zu unterstützen und Ihnen die technischen Voraussetzungen zu verschaffen, bietet der AStA der Universität zu Köln die Möglichkeit sich Notebooks sowie Webcams und Zubehör auszuleihen.

Falls Sie dieses Angebot nutzen möchten, senden Sie eine E-Mail an ausleiheSpamProtectionasta.uni-koeln.de.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://arfake-koeln.de/?page_id=653.

Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß LL.M.

Interview des Deutschlandfunks zum Völkerstrafrecht in Deutschland

Bereits am 29. November 2021 durfte Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Claus Kreß, LL.M. (Cambridge) bei einem Treffen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu der Ahndung von Völkerstraftaten, die in Syrien seit 2011 begangen worden sind, in New York über die Arbeit der deutschen Strafjustiz berichten.
Nun hat der Direktor des Instituts für Friedenssicherungsrecht am 25.01.2022 im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks mit Christoph Heinemann ein Gespräch über das Völkerstrafrecht in Deutschland geführt.

Im Februar 2021 wurde ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter des Assad-Regimes vom Oberlandesgericht Koblenz wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Dies war weltweit das erste Strafurteil zu den vom Assad-Regime betriebenen systematischen Folterungen von Angehörigen der syrischen Zivilbevölkerung. Das Interview beleuchtet die diesem Urteil und anderen zum Teil noch laufenden Verfahren zugrundeliegenden Entwicklungen in Deutschland und ordnet sie in den Gesamtkontext der internationalen Strafrechtspflege ein.

Interessierte finden die Stellungnahmen vor dem Sicherheitsrat unter https://media.un.org/en/asset/k1t/k1tm1ckjci. Das aktuelle Interview ist unter https://www.deutschlandfunk.de/bis-heute-haelt-putin-seine-hand-im-un-sicherheitsrat-schuetzend-ueber-assad-100.html abrufbar.

"Jura mit System" gestartet

Neue Lernplattform zum Öffentlichen Recht

Das Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre unter Leitung von Prof. Dr. Markus Ogorek, LL.M. (Berkeley) betreut die Erstellung einer digitalen Lernplattform, mit der die examensrelevanten Teile des Öffentlichen Rechts anschaulich aufgearbeitet werden soll. Seit dem 10. Januar 2022 steht mit dem polizei- und ordnungsrechtlichen Modul der erste Bereich von "Jura mit System" den Studierenden der Fakultät zur Verfügung.

Entlang einer digitalen Roadmap werden interaktive Lehrvideos zu allen relevanten Rechtsfragen des entsprechenden Fachgebiets angeboten. "Jura mit System" bietet dabei sowohl Aufzeichnungen, die die Studieninhalte abstrakt abhandeln, als auch solche, in denen eine konkrete Fallbearbeitung erfolgt. Das integrierte Karteikartentraining bietet zudem die Möglichkeit, den eigenen Lernfortschritt systematisch zu überprüfen und kann als Vorlage für die Erstellung eigener Karteikarten dienen. Im Glossar können außerdem einzelne Fragen nachgeschlagen und somit begriffliche Schwierigkeiten schnell aufgelöst werden.

"Jura mit System" soll Studierenden ein in zeitlicher und räumlicher Hinsicht flexibles Lernen ermöglichen – und damit ganz allgemein die Studiensituation und Lernerfahrung verbessern. Der nun veröffentlichte Teilbereich zum Polizei- und Ordnungsrecht wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 mit Einheiten zum Kommual- sowie zum Baurecht komplettiert, ferner wird das Staatsorganisationsrecht in dieser Zeit aufbereitet werden. Inhalte zum Allgemeinen Verwaltungsrecht sowie zu den Grundrechten sollen später folgen.

"Jura mit System: Besonderes Verwaltungsrecht" kann kostenfrei über ILIAS aufgerufen werden: https://uni.koeln/CTFD6