Am 30.05.2026 luden anlässlich des unmittelbar bevorstehenden 70. Geburtstages von Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Preis dessen akademische Schüler Prof. Dr. Wiebke Brose, LL.M., Prof. Dr. Stefan Greiner, Prof. Dr. Christian Rolfs, Prof. Dr. Adam Sagan, MJur (Oxon), Prof. Dr. Angie Schneider, Prof. Dr. Stephan Seiwerth, LL.M., Prof. Dr. Markus Stoffels, Prof. Dr. Felipe Temming, LL.M. und Prof. Dr. Daniel Ulber zu einem Gedenksymposium in die Aula der Universität zu Köln ein. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Justiz, Anwaltschaft, arbeitsrechtlicher Praxis sowie aus der Hochschulverwaltung folgten dieser Einladung und riefen sich gemeinsam das umfassende Wirken von Ulrich Preis ins Gedächtnis.
In seinem persönlichen Grußwort hob der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Professor Rolfs zusammenfassend hervor, wie viel Einfluss Ulrich Preis in all seinen Tätigkeitsfeldern hatte und wie modern, klug und weitsichtig sein Handeln stets war. Es wurde deutlich, dass Ulrich Preis mit seinem klaren Kompass sein Umfeld im positivsten Sinne geprägt hat.
Frau Bürgermeisterin Derya Karadag erinnerte an die Verleihung des Hans Böckler-Preises der Stadt Köln im vergangenen Jahr, die leider posthum erfolgen musste. Als Alumna der Universität zu Köln würdigte sie nicht nur die fachliche und politische Dimension des Schaffens von Ulrich Preis. Sie lobte ihn als Vorbild und besonders motivierenden, hervorragenden Lehrer, der schon in seinen Vorlesungen Studierenden die praktische Relevanz und die gesellschaftliche Bedeutung des erworbenen Wissens vermittelte.
Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz-Peter Mansel als langjähriger Weggefährte illustrierte, wie strukturiert, zukunftsweisend und nachhaltig Ulrich Preis in der Universität zu Köln und ihrer Rechtswissenschaftlichen Fakultät gewirkt hat. Ulrich Preis hat von Beginn an immer auch Ämter in der akademischen Selbstverwaltung bekleidet, nicht nur in Köln, wo er u.a. Mitglied des Hochschulrats war. Aber gerade in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat er besonders lange Verantwortung im Dekanat übernommen und vorausschauend Weichen gestellt, die bis heute zum Erfolg der Fakultät beitragen.
Der sich anschließende Vortrag von Professorin Schneider und Professor Temming zeigte auf, welch große Bedeutung Ulrich Preis für die Wissenschaft hatte. Seine Dissertation, seine Habilitation, die von ihm verfassten Standardwerke und seine Gesetzesvorschläge, aber auch die annähernd 100 Doctores iuris sowie die neun Habilitandinnen und Habilitanden zeigen auf, wie weitreichend er die arbeits- und sozialrechtliche Wissenschaft auch für die Zukunft mitgestaltet hat. Dabei antizipierte er bereits früh die Auswirkungen europäischer Normen auf das nationale Recht und pflegte stets internationale Kontakte, insbesondere nach Griechenland, woher ebenfalls Gäste zur Gedenkfeier angereist waren. Gewürdigt wurde neben der Klarheit und Präzision seines Werkes insbesondere, dass Ulrich Preis bei allen seinen Überlegungen und Vorschlägen die soziale Marktwirtschaft als Grundpfeiler betrachtete und dabei sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerperspektive gleichwertig und angemessen berücksichtigte und auszugleichen suchte. Eine Stimme wie die von Ulrich Preis fehle in den aktuellen Reformdebatten in Deutschland.
Ganz im Zeichen seines Einsatzes für den juristischen Nachwuchs stand die erstmalige Verleihung des Ulrich Preis-Promotionspreises durch Professor Stoffels. Er wusste von dem Bemühen von Ulrich Preis zu berichten, außergewöhnliche Leistungen des Nachwuchses zu erkennen und über weite Strecken zu fördern. Dass der Preisträger Prof. Dr. Matthias Schmid mit seiner Dissertation eine großartige, wissenschaftlich fundierte und innovative Arbeit vorgelegt hat, die auf eine große Zukunft in der Wissenschaft weist, wird durch seine inzwischen erfolgte Ernennung zum Juniorprofessor mit Tenure Track an der Universität Trier bestätigt. Professor Schmid sei an dieser Stelle noch einmal zur wohlverdienten Auszeichnung mit dem ersten Ulrich Preis-Promotionspreis gratuliert.
Prof. Dr. Michael Kliemt beleuchtete schließlich den Einfluss, den Ulrich Preis auf die arbeitsrechtliche Praxis hatte. Dieser rührte nicht nur aus den vielen Werken, die sich bewusst auch an die Praxis richteten und diese bei der Suche nach guten Ergebnissen unterstützten. Professor Kliemt wies insbesondere auf zahlreiche Tagungen und Vorträge sowie die Gutachter- und Schlichtungstätigkeit hin. Nachdem er selbst nach seiner Banklehre die Arbeitswelt zugunsten seiner akademischen Karriere verließ, hielt Ulrich Preis auch auf diesem Wege den Kontakt mit der Praxis und erkannte stets sehr früh die sich wandelnden Herausforderungen und Spannungsfelder.
Die sehr persönlichen Abschlussworte sprach Frau Margarete Preis im Namen der gesamten für Ulrich Preis so wichtigen Familie. Sie bestätigte die Energie, mit der ihr Mann durch sein gesamtes Leben gegangen war und gerne weitergegangen wäre. Und sie dankte nicht nur der „juristischen Familie“ für dieses Gedenksymposium, sondern insbesondere dem ebenfalls anwesenden Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Hanau, der als akademischer Lehrer von Ulrich Preis diesem zum richtigen Zeitpunkt ermöglicht hatte, der Mann zu werden, der er sein wollte.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierlichkeit von Rechtsanwalt Dr. Marcus Richter, der mit einer gut durchdachten Auswahl an Stücken am Klavier singend Ulrich Preis als passionierten Musiker ehrte. Nach seiner letzten Darbietung ließen die Gäste die von den Kanzleien GÖRG, KLIEMT.Arbeitsrecht und Seitz unterstützte Veranstaltung gemeinsam bei einem Empfang ausklingen.
Das Gedenksymposium hat noch einmal gezeigt, wie groß die Spuren von Ulrich Preis in der Hochschul- und der Arbeitswelt sind, wie sehr er wegen seiner Tatkraft, seiner Sicht der Dinge und seiner menschlichen Art geschätzt wurde und wie groß die Lücke ist, die er hinterlässt.