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60 Jahre Institut für Verfahrensrecht und Insolvenzrecht

Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Praxis bei Jubiläumsfachtagung in Köln

Mit einer wissenschaftlichen Fachtagung beging das Institut für Verfahrensrecht und Insolvenzrecht am 5. Juni 2026 sein 60-jähriges Bestehen. Unter dem Titel „Zum Zustand des Zivilverfahrensrechts: Entwicklungslinien und Zukunftsperspektiven" kamen im Neuen Senatssaal zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Praxis zusammen.

1966 von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gottfried Baumgärtel gegründet, wurde das Institut für Verfahrensrecht und Insolvenzrecht über drei Jahrzehnte von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hanns Prütting geleitet. Seit 2016 steht es unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Thole, Dipl.-Kfm., der hier zum Verfahrensrecht sowie zum Insolvenz- und Restrukturierungsrecht forscht und die Jubiläumstagung mit einer Begrüßung der Gäste eröffnete.

Den wissenschaftlichen Auftakt bildete Prof. Dr. Prütting, der das Zivilprozessrecht im Zeitablauf nachzeichnete und dabei alte wie neue Grundfragen aufwarf. Besonders die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig im Zivilprozess spielen wird, sorgte im Anschluss für eine lebhafte Diskussion. Den Blick nach vorn richtete sodann Prof. Dr. Caroline Meller-Hannich (Universität Halle-Wittenberg) mit ihren Überlegungen zu den Zukunftsperspektiven des modernen Zivilprozesses.

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Roth (Universität Regensburg), der am Beispiel der actio pro socio des § 715b BGB der Rolle des Sonderprozessrechts und einer zunehmenden Fragmentierung des Zivilprozessrechts nachging. Prof. Dr. Moritz Brinkmann, LL.M. (Universität Bonn) beleuchtete anschließend, wie das europäische und internationale Zivilprozessrecht auf das nationale Recht einwirken. Zum Abschluss spannte Prof. Dr. Thole mit der Frage, ob das Insolvenzrecht noch Zivilverfahrensrecht ist, den Bogen zurück zu den beiden Forschungsschwerpunkten des Instituts.

An jeden Vortrag schloss sich eine rege und intensive Aussprache an. In ihrer Gesamtheit machten die Beiträge und Diskussionen deutlich, welch zentrale Bedeutung dem Zivilprozessrecht für die Rechtsordnung zukommt.

Über den fachlichen Austausch hinaus stand die Tagung auch im Zeichen der Institutsgeschichte. Besonders erfreulich war die Teilnahme von Gästen aus Griechenland, die teils noch beim Institutsgründer Gottfried Baumgärtel promoviert beziehungsweise an seinem Lehrstuhl gearbeitet hatten und so die internationale und über die Jahrzehnte fortwirkende Ausstrahlung der Kölner Schule des Verfahrensrechts eindrucksvoll verkörperten.

Bei einem Sektempfang mit Fingerfood im Dozentencafé klang die Jubiläumstagung in geselliger Runde aus.

Bericht: Anna-Maria Langerscheidt