Professor Böckstiegel, geboren am 2.8.1936 in Engers (heute Neuwied), war der Universität zu Köln über Jahrzehnte eng verbunden. Er hat u.a. hier studiert, war später Wissenschaftlicher Rat und schließlich von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Völkerrecht, Europarecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht sowie Direktor des Instituts für Luft- und Weltraumrecht.
Neben seinem langjährigen Wirken als Institutsdirektor stand Professor Böckstiegel viele Jahre der Deutschen Vereinigung für Internationales Recht und dem Space Law Committee der International Law Association vor. Er leitete die Zweijahrestagung der International Law Association 2004 in Berlin und war langjähriges Mitglied des Board of Directors des International Institute of Space Law sowie Mitglied des Committee der European Air Law Association. Außerdem gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten des internationalen Investitionsrechts und war eine der weltweit führenden Persönlichkeiten der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. Bereits seine Promotion aus dem Jahr 1962 zu den allgemeinen Grundsätzen des Völkerrechts über Eigentumsentziehung setzte Maßstäbe für die völkerrechtliche Behandlung von Enteignungen. Mit seiner Habilitationsschrift von 1971 über den Staat als Vertragspartner ausländischer Privatunternehmen beeinflusste er nachhaltig die dogmatischen Fundamente moderner Investitionsverträge. In den Jahren 1984 bis 1988 prägte er als Präsident des Iran-United States Claims Tribunal in Den Haag dessen Rechtsprechung in einer für das internationale Wirtschaftsrecht entscheidenden Phase.
Mit seinem vielfältigen internationalen Engagement in zahlreichen Schiedsverfahren hat Professor Böckstiegel unserer Fakultät alle Ehre gemacht.
Seiner Familie gilt unser tief empfundenes Beileid. Wir werden unserem geschätzten Kollegen ein ehrendes Andenken bewahren.